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Crowdinvesting

Wie funktionieren die digitalen Immobilieninvestments der Exporo AG von Simon Brunke?

Donnerstag, 03 September 2020 17:15
Exporo-Mitgründer und Vorstandschef Simon Brunke Exporo-Mitgründer und Vorstandschef Simon Brunke

Hamburg – Immobilien galten schon immer als gleichermaßen sichere wie rentable Geldanlagen, die in keinem ausgewogenen Portfolio fehlen dürfen. Nach vielen Jahren der vermögensvernichtenden Niedrigzins-Politik ist das „Betongold“ noch attraktiver geworden, weil es kaum noch zinsträchtige Anlagealternativen gibt. Deshalb hat der Erwerb von Häusern und Wohnungen für Eigennutzung, Vermietung oder Weiterverkauf gerade in Deutschland deutlich zugenommen. Aber man muss eine Immobilie nicht immer gleich kaufen, um in dieser Assetklasse gute Renditen zu erzielen. Anlage-Optionen mit recht überschaubaren Summen sind Immobilienaktien, Immobilienanleihen, Immobilienfonds und das Immobilien-Crowdinvesting.

„Crowdinvesting“ steht für die Finanzierung bestimmter Projekte durch eine Vielzahl von Anlegern, die sogenannte „Crowd“. Diese noch sehr junge Kapitalanlageform – auch Schwarmfinanzierung genannt – wird vor allem von Startups und Immobilienunternehmen genutzt, um das dringend benötigte Investitionskapital einzusammeln. Auf bestimmte Marktsegmente spezialisierte Crowdinvesting-Plattformen präsentieren entsprechende Anlageprodukte und fungieren als Vermittler zwischen Kapitalanlegern und Unternehmen. Deutschlands führender Anbieter für digitale Immobilieninvestments ist die Hamburger Exporo AG. 2014 gründeten Simon Brunke, Björn Maronde, Tim Bütecke und Julian Oertzen eine eigene Online-Plattform, damit sich auch Privatanleger schon mit kleinen Beträgen an lukrativen Immobilienprojekten beteiligen und sich ohne hohe Einstiegshürden ein eigenes Immobilienportfolio aufbauen können. Bis dahin war die Anlageklasse Immobilien nämlich vor allem reichen Privatanlegern und institutionellen Investoren vorbehalten. Die Exporo-Gründer reklamieren für sich, den Immobilienmarkt dank der Gruppenfinanzierung für Kleinanleger geöffnet und damit auch „demokratisiert“ zu haben.Den Erfolg der findigen Immobilienfinanzierer kann man an den Summen ablesen, die sie bei Crowdanlegern einwerben. Bislang konnten durch Exporo 341 Immobilienprojekte mitfinanziert und dafür fast 645 Millionen Euro vermittelt werden. Der Finanzdienstleister mit Sitz in der Hamburger HafenCity beschäftigt inzwischen mehr als 200 Mitarbeiter und ist trotz der Corona-Krise weiter auf Wachstumskurs, wie Marktkenner berichten.

Die Idee beim Immobilien-Crowdinvesting ist es, alle zusammenzuführen, die in „Betongold“ investieren wollen und als Projektentwickler Kapital für Immobilienvorhaben suchen. Digitale Marktplätze wie die von Exporo bringen Kapitalgeber und -nehmer unkompliziert zusammen und listen Immobilienprojekte auf, die im Rahmen eines Due-Diligence-Prozesses überprüft worden sind. Dabei nehmen die Plattformbetreiber das Finanzierungskonzept der Entwicklungsgesellschaften ähnlich streng unter die Lupe wie es Banken vor einer Kreditvergabe tun würden. Bei Exporo akquirieren und analysieren mehr als 60 Immobilienexperten jedes Jahr über Hunderte Projekte, von denen dann nur einige den Anlegern tatsächlich empfohlen werden. Nach erfolgreicher Risikoprüfung werden sie auf der Plattform mit Angaben zu Standort, Nutzungsart und Finanzierungskonditionen wie Verzinsung und Laufzeit beworben. Gleichzeitig wird ein Zeitraum genannt, in dem das benötigte Kapital eingesammelt sein soll. In dieser Phase wird das Anlegerkapital von einem Zahlungsdienstleister treuhänderisch verwaltet. Sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind, zahlt der Treuhänder das Kapital an den Projektentwickler aus. Reicht der gesteckte Zeitrahmen für die Kapitalbeschaffung nicht aus, wird er entweder verlängert, oder die Anleger erhalten ihr eingezahltes Kapital zurück. Nach der Auszahlung des Geldes realisieren die Unternehmen ihre Immobilienprojekte, und die Investoren bekommen am Laufzeitende ihr Kapital samt Zinsen vom Plattformbetreiber ausgezahlt.

Neben der Vollendung von Neubauprojekten werden durch Crowdinvestments immer häufiger auch sogenannte Revitalisierungsimmobilien mit hohem Sanierungsaufwand und vermietete Bestandsobjekte erworben. Die Exporo AG bietet beide Produktkategorien an. Mit „Exporo Finanzierung“ beteiligen sich Investoren an neuen Immobilienprojekten von erfahrenen Entwicklern und erhalten dafür attraktive Renditen. „Exporo Bestand“ ermöglicht hingegen die Beteiligung an ertragsstarken Bestandsimmobilien. Der Reiz besteht darin, dass sich die digitalen Miteigentümer nicht selbst um die Vermietung und Instandhaltung der Immobilien kümmern müssen, aber trotzdem von Mietüberschüssen und Wertsteigerungen profitieren.

Beispielhaft für die Immobilieninvestments von Exporo ist die Finanzierung eines Projektes von PAMERA Real Estate Partners und Bauwerk Capital. Für die Realisierung eines 15.500 Quadratmeter großen Wohnquartiers in Herrsching am Ammersee, einer der begehrtesten Wohngegenden Bayerns, investierten über 1.800 Anleger schon mehr als 5,5 Millionen Euro.Das Bauvorhaben mit dem Namen LAGOM soll bereits zu über 70 Prozent abgeschlossen und das Objekt zu über 50 Prozent veräußert sein. Die schnelle Finanzierung zeigt, dass derartige Immobilieninvestments ungeachtet der prekären wirtschaftlichen Gesamtlage hochattraktiv sind.

Das ehrgeizige Wohnprojekt ist schon das fünfzehnte, das von der Exporo AG Blockchain-basiert in Form digitaler Wertpapiere vermittelt wurde. Durch geringe Transaktionskosten und eine hohe Effizienz ist eine Beteiligung ab einem einzigen Euro möglich. Die erste Immobilie, an der sich Exporo-Privatanleger mit nur einem Euro beteiligen konnten, steht in Binz auf Rügen. Seit jeher sind Ferienimmobilien eine beliebte Kapitalanlage und ein echter Wachstumstreiber – das gilt umso für beliebte Badeorte an der deutschen Ostseeküste. Im Falle der Binzer Immobilie würden Anleger neben einer geplanten Gesamtrendite von 5,5 Prozent p.a. von einer Mietgarantie sowie Buchungsvorteilen für Übernachtungen profitieren, heißt es unternehmensseitig.

Die Blockchain-Technologie verleiht den vorgenannten Investments ihren Innovationscharakter und macht das neue Anlageprodukt besonders effizient. Drei entscheidende Vorteile sind laut dem Hamburger FinTech zu nennen: die Senkung der Transaktionskosten durch den Wegfall externer Dienstleister, eine höhere Transaktionsgeschwindigkeit während des ganzen Investmentprozesses und mehr Liquidität durch schnelle und flexible Handelbarkeit der digitalen Wertpapiere. Exporo-Vorstandschef Simon Brunke ist stolz darauf, „eine Blockchain-Lösung in unser Investmentmodell integrieren zu können. Dadurch leisten wir unseren Beitrag, dass diese großartige Technologie endlich einer breiten Gesellschaft ein Begriff ist und ihr einen Mehrwert bietet.“ Gleichzeitig sorge man mit dem Ein-Euro-Mindestbetrag dafür, „dass sich jeder an attraktiven Immobilien beteiligen, einen Sparplan aufsetzen oder sein Portfolio auf mehrere Investments streuen kann“. Letzteres erleichtert auch die Risikostreuung, die immer empfehlenswert ist.

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