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Bettina Bunge nennt PEGIDA-Berichterstattung, Bettensteuer und Terrorgefahr als Ursachen

Tourismus in Dresden stagniert weiterhin

Freitag, 09 September 2016 04:27
Dresden bei Dämmerung Dresden bei Dämmerung Quelle: de.wikipedia.org | MalteF | CC BY-SA 3.0 de

Dresden – Der Tourismus in Dresden schwächelt nach wie vor. Im ersten Halbjahr 2016 sind in der Landeshauptstadt etwas weniger Reisende gezählt worden als im Vorjahreszeitraum. Für Januar bis Juni 2016 wurden demnach 1.848.950 Übernachtungen erfasst, was einem Minus von 0,2 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 entspricht. Während bei den ausländischen Gästen erstmals wieder eine Steigerung zu verzeichnen war (+7,7%), ist die Zahl der aus dem Inland angereisten Besucher um 2,0 % gesunken. Im Ranking der deutschen Großstädte liegt Dresden nach den aktuellen Zahlen weiter auf Platz 7.

Die meisten ausländischen Dresden-Besucher kamen in den ersten sechs Monaten des Jahres aus den USA (34.909 Übernachtungen, +9%), gefolgt von der Schweiz (34.568 Übernachtungen, +3%) und Österreich (32.830 Übernachtungen, +23%). Das stärkste prozentuale Wachstum war bei den Gästen aus Polen (+48%) und China (+30%) zu verzeichnen. Die Zahl der Reisenden aus Russland nahm hingegen erneut ab. Hier ist ein Minus von 18%, begründet durch Wirtschaftskrise und Rubelverfall, zu verzeichnen. Auch aus Japan kamen aufgrund der dortigen schwächelnden Wirtschaft und geringerer Fernreiseintensität 25% weniger Gäste im ersten Halbjahr 2016 nach Dresden.

Die Chefin der Dresden Marketing GmbH, Bettina Bunge, machte einmal mehr die Berichterstattung über die montäglichen Demonstrationen von PEGIDA für die Reisezurückhaltung verantwortlich. „Dresden hat es derzeit aus diversen Gründen nicht leicht, im Tourismus zu wachsen. Aufgrund der über einen längeren Zeitraum stattgefundenen negativen Berichterstattung über Dresden wegen fremdenfeindlicher Parolen im Rahmen der Pegida-Demonstrationen hat das Image Dresdens vor allem im Inland gelitten“, so Bunge.

Außerdem habe 2015 eingeführte Beherbergungssteuer aufgrund ihrer Höhe und Komplexität viele Dresden-Besucher verärgert. „Aber auch globale Reisezurückhaltungen aufgrund der Terrorgefahr bzw. stattgefundener Anschläge in europäischen Großstädten und die Tendenz zur Vermeidung von Großveranstaltungen spielen bei den Rückgängen im Dresden-Tourismus eine Rolle“, erklärte die Geschäftsführerin der stadteigenen Tourismusorganisation.

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