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Stellungnahme zu den Äußerungen Annekatrin Klepschs

Sicherheitsdebatte: Tourismusverband Dresden will keine „Ängste schüren“

Mittwoch, 28 September 2016 14:18
Sicherheitsdebatte: Tourismusverband Dresden will keine „Ängste schüren“ Quelle: Tourismusverband Dresden e.V.

Dresden – Der Tourismusverband Dresden e.V. (TVD) hat am Dienstag auf seiner Facebook-Seite (www.facebook.com/tourismusverband.dresden) eine Stellungnahme zu den Äußerungen der Dresdner Tourismusbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) über Aussagen von Tourismusverbandschef Johannes Lohmeyer veröffentlicht. Lohmeyer hatte sich in einem Interview mit der SACHSEN DEPESCHE unter anderem zur Bettensteuer, zu Pegida und zu Sicherheitsaspekten geäußert. Klepsch reagierte darauf mit Kritik (http://www.sachsen-depesche.de/regional/annekatrin-klepsch-linke-„ich-halte-die-aussagen-von-herrn-lohmeyer-für-nicht-repräsentativ“.html).

Der Tourismusverband stellt in seinem Statement klar, dass man „mit Frau Klepsch eine sehr offene, sachliche und konstruktive Gesprächspartnerin“ habe, in einigen Punkten jedoch eine andere Meinung vertrete, etwa bei der Bettensteuer. Klepsch hatte gegenüber der SACHSEN DEPESCHE darauf hingewiesen, dass es auch in anderen deutschen Großstädten eine Übernachtungssteuer gebe und Dresden „trotz Bettensteuer die niedrigsten Bettenpreise unter den zehn deutschen Topdestinationen“ habe. 

Der Tourismusverband Dresden dazu: „Es gibt in anderen Städten auch Beherbergungssteuern. Diese Städte haben aber eine andere Gästestruktur, überwiegend Geschäftsreisende, höherpreisige Freizeitangebote. Dresden ist fokussiert auf den niedrigpreisigen inländischen Freizeittourismus, auf den die zweithöchste Bettensteuer Deutschlands (7,6% - fast überall woanders 5%) mit voller Wucht trifft.“ 

Dass sich Pegida an bekannten innerstädtischen Plätzen treffe, sieht der Tourismusverband ebenfalls kritisch. „Hier hätte die Stadt bei gutem Willen sicher mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Und dass gewaltfreie Gegendemonstrationen vollkommen legitim sind, hat Johannes Lohmeyer mit keiner Silbe bestritten. Sie gehören zum demokratischen Diskurs“, heißt es in der Stellungnahme. 

„Völlig daneben“ liege Klepsch jedoch mit ihrer Einschätzung, dass die Aussagen zu den Bedenken ausländischer Touristen über die innere Sicherheit in Deutschland „nicht repräsentativ“ seien und man „Ängste schüren“ wolle. „Gerade heute erreichte uns eine Mail eines Reiseveranstalters, der alle Stadtführungen in Dresden abgesagt hat, weil sämtliche Klassenfahrten aus Japan aufgrund der Terrorgefahr in Europa gestrichen seien. Und diese Mail ist kein Einzelfall“, so der TVD. 

Der Einbruch der Gästezahlen im Juli 2016 sei unter anderem „direkt auf die Vorfälle in Würzburg und Ansbach zurückzuführen“. Auch andere Branchen hätten wegen der erhöhten Terrorgefahr mit gehäuften Absagen aus Asien und den USA zu kämpfen. „In Hongkong gab es sogar eine Reisewarnung. Uns ist völlig unklar, was es da noch zu ‚schüren‘ gibt“, schreibt der Verband in seiner Stellungnahme. 

Abschließend heißt es in der Erklärung: „Wir sind auch im kommenden Jahr auf mehreren Reisemessen und Workshops im Ausland vertreten und laden Frau Klepsch hiermit herzlich dazu ein, uns zu begleiten, um sich persönlich ein Bild davon zu machen, wie sehr sich das Bild von Deutschland als sicheres Reiseland in den letzten Monaten verändert hat.“ Der Feststellung der Dresdner Tourismusbürgermeisterin, „dass sich jeder in Dresden, unabhängig seines Besuchsgrundes und seiner Herkunft, völlig sicher fühlen sollte“, schließe man sich an.

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