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Untreuevorwürfe und Spekulationsgeschäfte

Hauptverfahren gegen ehemalige Vorstände der SachsenLB eröffnet

Dienstag, 12 Mai 2015 22:44
Logo der Sachsen LB Logo der Sachsen LB Quelle: Sachsen LB

Leipzig – Die 15. Strafkammer des Landgerichts Leipzig hat am Montag das Hauptverfahren gegen drei Ex-Vorstandsmitglieder der SachsenLB, darunter der ehemalige Vize-Chef Hans-Jürgen Klumpp, eröffnet. Verhandelt werden ab Herbst Untreuevorwürfe im Zusammenhang mit dem sogenannten Kreditersatzgeschäft. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, solche Geschäfte unerlaubterweise über irische Zweckgesellschaften betrieben und durch die Landesbank unterstützt zu haben. Dabei sollen Klumpp & Co. millionenschwere Verluste eingefahren haben.

Außerdem werden den früheren Vorständen Spekulationsgeschäfte zur Last gelegt. So sollen sie unerlaubterweise 200 Millionen Euro in einen ABS-Fonds investiert und hierdurch Nachteile im Umfang von etwa 190 Millionen Euro verursacht haben. Auch möglicherweise unrichtige Darstellungen in den Einzelabschlüssen bzw. in den Konzernabschlüssen der SachsenLB für die Jahre 2005 und 2006 spielen in dem Prozess eine Rolle.

Der Freistaat Sachsen zahlt auch acht Jahre nach dem Notverkauf seiner früheren Landesbank an die an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) noch immer die Zeche für die Pleite. Aus Steuergeldern mussten allein in diesem Jahr schon 92,9 Millionen Euro bereitgestellt werden. Die Gesamtsumme der aus dem Garantiefonds an die LBBW geleisteten Zahlungen beläuft sich demnach auf über 1,3 Milliarden Euro.

Letzte Änderung am Dienstag, 12 Mai 2015 22:48
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