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Vorbildliches Angebot der Fraport AG in Frankfurt

Flughäfen: Berücksichtigen Dresden und Leipzig/Halle die religiösen Bedürfnisse von Gästen und Mitarbeitern?

Donnerstag, 19 Januar 2017 16:48
Michael Müller (Fraport AG) und die Rabbiner Avichai Apel und David Lau am jüdischen Gebetsraum des Flughafens Frankfurt Michael Müller (Fraport AG) und die Rabbiner Avichai Apel und David Lau am jüdischen Gebetsraum des Flughafens Frankfurt Quelle: Fraport AG

Dresden/Leipzig – Als Airport mit internationalem Flair, Gästen aus aller Welt und Mitarbeitern unterschiedlichster Herkunft achtet der Flughafen Frankfurt in vorbildlicher Weise darauf, den religiösen Bedürfnissen seiner Gäste und seiner Belegschaft nachzukommen. Im September letzten Jahres wurde von Israels Oberrabbiner David Lau und den beiden Frankfurter Rabbinern Julian-Chaim Soussan und Avichai Apel eine Mesusa am jüdischen Gebetsraum in Terminal 1 angebracht. Die Mesusa ist eine Schriftkapsel am Türpfosten, deren Verwendung auf eines der 613 Gebote der Thora zurückgeht. Juden haben die Pflicht, an die Tore und Türen ihrer Häuser und Zimmer die Worte des Hauptgebets zu befestigen und diese segnen zu lassen.

So wie es einen jüdischen Gebetsraum gibt, so wurden auch Gebetsräume für Christen und Muslime am Frankfurter Flughafen eingerichtet. Mit einer „Abrahamischen Feier“ fanden sich Vertreter der drei monotheistischen Religionen im November 2016 zum interreligiösen Dialog zusammen. Es geht dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport also nicht nur darum, jedem Gläubigen eigene Räumlichkeiten zum Gebet während des Aufenthalts bzw. in der Mittagspause zur Verfügung zu stellen, sondern auch darum, die gemeinsamen Wurzeln des Christentums, des Judentums und des Islams herauszustellen. 

SACHSEN DEPESCHE wollte nun wissen, ob es auch an den beiden sächsischen Flughäfen in Dresden und Leipzig/Halle eine solch ausdifferenzierte Berücksichtigung religiöser Bedürfnisse – also eigenständige Gebetsräume für Christen, Juden und Muslime – gibt. Dazu haben wir entsprechende Anfragen an die Pressestellen geschickt. 

Christian Adler, stellvertretender Pressesprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG teilte uns mit: „Im Flughafen Dresden Terminal gibt es seit 2001 einen Andachtsraum der Flughafenseelsorge, welcher grundsätzlich für jedermann geöffnet ist. Darüber hinaus gibt es am Flughafen Dresden keine weiteren Gebetsräume. Ein entsprechender Bedarf seitens Gästen und Mitarbeitern ist uns nicht bekannt.“ 

Etwas ausdifferenzierter ist das Angebot in Leipzig. „Am Flughafen Leipzig/Halle gibt es im Terminal B eine Ökumenische Kapelle, die allen Passagieren, Besuchern und Mitarbeitern rund um die Uhr zugänglich ist. Betreut wird die Kapelle von einem evangelischen sowie katholischen Seelsorger. Zudem gibt es einen Gebetsraum für Muslime, der sich ebenfalls im Terminal B befindet“, so Uwe Schuhart, Pressesprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG, gegenüber SACHSEN DEPESCHE. 

Auch an den beiden sächsischen Flughäfen bemüht man sich also darum, Gläubigen einen Raum zur inneren Einkehr und zum Gebet zu verschaffen. Dass man dabei noch nicht ganz an die Angebotspalette des Frankfurter Flughafens herankommt, ist nicht weiter schlimm. Man muss eben doch die unterschiedlichen Dimensionen der Airports berücksichtigen.

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