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Pauschalabgabe statt gestaffelter „Bettensteuer“

Flensburg auf dem „Dresdner Weg“: Bettensteuer von 7,5 Prozent beschlossen

Freitag, 10 Februar 2017 07:09
Pauschalabgabe statt gestaffelter „Bettensteuer“ Pauschalabgabe statt gestaffelter „Bettensteuer“

Flensburg/Dresden – In der norddeutschen Stadt Flensburg geht man in Sachen Hotelübernachtungen den „Dresdner Weg“. Zwar wurde die Einführung einer Tourismusabgabe dort unlängst von der Ratsversammlung abgelehnt, gleichzeitig wurde jedoch die Beherbergungsabgabe deutlich erhöht. Anstelle einer gestuften Abgabe nach Qualität (in Sternen) werden in der Fördestadt künftig generell 7,5 Prozent des Übernachtungspreises erhoben. Je nachdem, wie teuer die Hotelübernachtung ist, wird die Abgabe zwei- bis dreimal so hoch sein wie heute. So tief greift man allerdings noch nicht einmal in Dresden den Hotelgästen in die Tasche. Die Hoteliers in der sächsischen Landeshauptstadt hoffen daher, dass die Dresdner Ratsmehrheit nun nicht den „Flensburger Weg“ einschlägt.

Der Präsident der IHK Flensburg, Uwe Möser, betrachtet die drastische Gebührenerhöhung mit großer Sorge. „Mit der Ablehnung der Tourismusabgabe eine Erhöhung der Bettensteuer um ein Vielfaches zu verknüpfen, ist ein falsches Signal, um die touristische Entwicklung in Flensburg voranzubringen“, so der Kammerchef.

Tourismus sei insbesondere in Flensburg ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Nicht nur Hoteliers, Privatvermieter und Gastronomen profitierten von der touristischen Nachfrage, auch Handel, Dienstleistungs-, Verkehrs- und nachgelagerte Unternehmen, generierten direkt oder indirekt Umsätze aus dem Tourismus. Die IHK Flensburg lehne die Abgabenerhöhung ab, weil sie Flensburgs Position im Wettbewerb mit anderen touristischen Zielen der Region schwäche und die Beherbergungsbetriebe zusätzlich belaste.

Auch in Dresden herrscht unter Hoteliers und Tourismusvertretern großer Unmut über die „Bettensteuer“. Im Gespräch mit SACHSEN DEPESCHE erklärte dazu der Vorsitzende des Tourismusverbandes Dresden (TVD), Johannes Lohmeyer: „Dresden ist aufgrund seiner Fokussierung auf inländische Touristen, fehlendes Geschäftsreise- und Kongressgeschäft und dem Überangebot an Betten ein extrem preissensibler Markt. Und auf diesen trifft die zweithöchste Bettensteuer Deutschlands mit voller Wucht. Sie schadet uns mehr, als sie z.B. einem hochpreisigen Markt wie München schaden würde.“ Gegen die Beherbergungsabgabe in Dresden ist eine Klage anhängig.

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