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Sächsische Unternehmen existenzgefährdet

Exporte nach Russland weiter zurückgegangen

Donnerstag, 28 Mai 2015 15:20

Dresden – Die deutschen Exporte nach Russland sind nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes im letzten Jahr um 18 % auf 29 Milliarden Euro zurückgegangen. Damit hat sich ein Trend fortgesetzt, auf den auch viele Unternehmen in Sachsen mit Sorge blicken. Noch in den Jahren 2000 bis 2012 waren die deutschen Ausfuhren in die Russische Föderation – bis auf das Krisenjahr 2009 – stärker als die gesamtdeutschen Exporte gestiegen. Bereits im Jahr 2013 hatte es allerdings einen Rückgang des Außenhandels mit Russland um 6 % gegeben. Der Exportrückgang liegt vornehmlich in den EU-Sanktionen gegen Moskau begründet.

Zugleich sanken die Importe aus Russland 2014 um 7 % auf 38 Milliarden Euro. Dennoch hatte Deutschland nach den Zahlen der Wiesbadener Statistiker im letzten Jahr den bisher höchsten Importüberschuss im Handel mit Russland zu verzeichnen hatte, da für 9 Milliarden Euro mehr Waren von dort importiert als dorthin exportiert wurden. Die Russische Föderation gehört zu den wenigen Ländern, für die kein deutscher Exportüberschuss erwirtschaftet wurde. Nur für die Niederlande (15 Milliarden Euro) und Norwegen (11 Milliarden Euro) wurden im Jahr 2014 höhere Einfuhrüberschüsse ermittelt. Russland ist nach wie vor Deutschlands wichtigster Energielieferant. Im letzten Jahr bezog die Bundesrepublik 31 % ihrer Erdöl- und Erdgas-Einfuhren von dort.

Durch die EU-Sanktionen sind nach Ansicht des Vorsitzenden des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft Eckart Cordes gerade kleinere und mittlere Unternehmen in Sachsen, die ihren Hauptabsatzmarkt in Russland haben, in ihrer Existenz bedroht. Zwar konnten sächsische Firmen ihre Auslandsausfuhren zuletzt um 11 % steigern (allein nach China sogar um 29 %), die Exporte nach Russland gingen jedoch um 16 % zurück, womit der Exportrückgang fast auf bundesweitem Niveau lag. Exportschlager aus Sachsen sind nach Angaben des Landeswirtschaftsministeriums Autos und Fahrzeugteile, Elektronik sowie Maschinen.

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