Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Wirtschaft & Finanzen

Europa bleibt wichtigster Quellenmarkt des deutschen Tourismus

Erneuter Rekord: Mehr als 80 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste

Mittwoch, 01 März 2017 04:31
Der Hafen von Lindau am Bodensee Der Hafen von Lindau am Bodensee Quelle: HESSEN DEPESCHE

Wiesbaden – In Deutschland wurden im vergangenen Jahr mehr als 80 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste registriert. Das bedeutet das siebte Rekordergebnis in Folge. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden von Januar bis Dezember 2016 insgesamt 80,8 Millionen internationale Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit mindestens zehn Betten gezählt, was ein Plus von 1,1 Millionen bzw. 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Zu den neuen Zahlen erklärte die Tourismusbeauftragte der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Iris Gleicke: „Das Reiseland Deutschland steht bei unseren ausländischen Gästen weiterhin hoch im Kurs. Das siebte Jahr in Folge schreiben wir beim Incoming-Tourismus Rekorde. Das zeigt, wie stark unsere Tourismuswirtschaft ist. Toleranz und Weltoffenheit sind elementare Voraussetzungen für diesen Erfolg. Wir werden nicht zulassen, dass ausländerfeindliche Schreihälse den guten Ruf unseres Landes ruinieren.“

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), ergänzte: „Ökonomische Faktoren, beispielsweise die Brexit-Thematik oder wirtschaftliche Krisen in volumenstarken Quellmärkten, aber auch Sicherheitsaspekte, wie die Angst vor Terroranschlägen, können zeitweilig die Reiselust in einzelnen Quellmärkten dämpfen. Mittel- und langfristig prägen jedoch die touristische Attraktivität, die Infrastruktur, Serviceorientierung und das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Landes den Wert seiner Marke als Reiseziel.“

Europa blieb 2016 mit einem Marktanteil von 73,7 Prozent und einem Plus von 1,9 Prozent die aufkommensstärkste Quellregion für das Deutschland-Incoming und setzt weiterhin dynamische Wachstumsimpulse. Asien lag mit minus 1,1 Prozent knapp unter den Vergleichswerten des Vorjahres, während Amerika mit plus 1,2 Prozent leicht zulegte.

Sechs der zehn wichtigsten europäischen Quellmärkte wiesen nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes überdurchschnittliche Zuwachsraten aus: Bei der Schweiz gab es ein Plus von 3,3 Prozent, Österreich lag 2,0 Prozent über den Vergleichswerten des Vorjahres, Frankreich, Belgien, Spanien und Polen wuchsen besonders stark zwischen 4,5 und 5,7 Prozent. Die Niederlande als wichtigster Incoming-Markt lagen mit plus 0,7 Prozent knapp über dem Vorjahresergebnis, Großbritannien erzielte ein Plus von 1,0 Prozent. Als einziger Top-10-Markt lag Italien konjunkturbedingt mit 3,2 Prozent im Minus.

Die USA als größter Überseequellmarkt für den Incoming-Tourismus in Deutschland stehen zum Jahresende 2,5 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Auch bevölkerungsreiche Länder in Asien und Südamerika bieten weiterhin starke Entwicklungsmöglichkeiten – auch wenn 2016 ökonomische Faktoren und Sicherheitsbedenken das dynamische Wachstum der vergangenen Jahre bremsten. So stieg die Zahl der Übernachtungen chinesischer Gäste in Deutschland um 1,6 Prozent. Indien generierte plus 8,1 Prozent, Südkorea plus 5,8 Prozent und die sonstigen asiatischen Staaten plus 2,8 Prozent Wachstum. Lediglich aus den arabischen Golfstaaten war ein Rückgang um 6,9 Prozent und aus Japan um 11,8 Prozent zu verzeichnen.

Letzte Änderung am Mittwoch, 01 März 2017 04:37
Artikel bewerten
(1 Stimme)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten