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Verbandspräsident Michael Frenzel kritisiert Bürokratie, Steuerbelastungen und überbordenden Verbraucherschutz

Deutsche Tourismuswirtschaft: Wachstum der Branche kein Selbstläufer

Sonntag, 02 Juli 2017 22:59
Vertreter der deutschen Tourismuswirtschaft vor dem Reichstag in Berlin Vertreter der deutschen Tourismuswirtschaft vor dem Reichstag in Berlin Quelle: Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft e.V.

Berlin – Die deutsche Tourismuswirtschaft hat am Freitag Politik und Öffentlichkeit mit Strandkörben vor dem Reichstag auf die Relevanz des Tourismus für den Wirtschaftsstandort Deutschland aufmerksam gemacht. Branchenpräsident Michael Frenzel erklärte dazu: „Tourismus schafft Wohlstand und ist zudem eine echte Friedensindustrie, denn er verbindet Menschen mit Menschen. Daher fordern wir vom neu zu wählenden Bundestag, die Belange der Tourismuswirtschaft in der kommenden Legislaturperiode stärker zu berücksichtigen.“

Dass Wachstum auch im Tourismus keine Selbstverständlichkeit ist, verdeutlicht unter anderem die neu Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Ergebnisse belegen einerseits die weiterhin große Bedeutung des Tourismus für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Die Branche sorgt für fast 290 Milliarden Euro Umsatz, 3 Millionen Beschäftigte und eine Wertschöpfung von mehr als 105 Milliarden. Jeder 15. Arbeitsplatz in Deutschland geht auf das Konto des Tourismus und auch viele andere Wirtschaftsbereiche wie Handel, Handwerk oder Landwirtschaft profitieren davon. Die Studie enthält aber auch klare Anzeichen dafür, dass diese starken Zahlen keine Selbstläufer sind: Andere Branchen konnten in den vergangenen Jahren stärker wachsen, so dass der Anteil des Tourismus am BIP von 4,4 Prozent im Jahr 2010 auf 3,9 Prozent im Jahr 2015 zurückgegangen ist.

Nach Ansicht der deutschen Tourismuswirtschaft liegt dies unter anderem daran, dass es noch recht junge, dynamisch wachsende Branchen wie die IT gibt, die mittlerweile ein größeres Stück am BIP-Kuchen abgreifen. Es liege, so Frenzel, aber auch daran, dass Bürokratie, Steuerbelastungen oder überbordender Verbraucherschutz den einheimischen Unternehmen der Tourismusbranche das Leben unnötig schwer machten.

Diese These wird nach Meinung des Branchenverbandes vom Rückgang bei den deutschen Airlines gestützt. Diese würden im internationalen Wettbewerb unter den vielen Belastungen leiden, mit denen sie in Deutschland zu kämpfen hätten – von der Luftverkehrsteuer über die hohen Luftsicherheitsgebühren bis hin zu Nachtflugverboten. „Diese Rahmenbedingungen müssen dringend korrigiert werden und es muss dringend verhindert werden, dass sich solche Entwicklungen in anderen Teilbereichen des Tourismus wiederholen. In den kommenden Wochen wird die Branche deshalb auch weitere konkrete Vorschläge formulieren, wie die neu zu bestimmende Bundesregierung in die touristische Zukunftsfähigkeit Deutschlands investieren kann“, so Branchenpräsident Frenzel.

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