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Inhaber Manfred Weingärtner setzt auf Nachhaltigkeit

Das Hotel Berlin Zoo: Ein traditionsreiches Haus mit modernem Konzept

Samstag, 06 August 2016 13:48
Das Hotel Berlin Zoo: Ein traditionsreiches Haus mit modernem Konzept Quelle: Screenshot - http://www.hotelzoo.de vom 06.08.2016

Berlin – Mit seiner nunmehr 125-jährigen Geschichte zählt das Hotel Zoo Berlin am Kurfürstendamm zu den traditionsreichsten Häusern der deutschen Hauptstadt. Im Jahr 1891 nach Entwürfen des Architekten Alfred Messel als Privatresidenz erbaut, wurde es 1911 von seinem neuen Besitzer, dem Charlottenburger Kaufmann Adolf Koschel, zu einem Hotel der Luxusklasse umgewandelt. Ausstattung und Fassade wurden von Messel dem damaligen Zeitgeschmack gemäß mit historisierenden Elementen wie Schmuckgiebeln, Erkern, Zierbalkonen, Karyatiden unter der Traufe und einem prachtvollen Eingang gestaltet. Der Ziegelbau mit fünf Etagen erhielt im Erdgeschoss eine Bossenwerk-Verkleidung, die übrigen Etagen wurden Ton-in-Ton verputzt.

Nach dem Tod Adolf Koschels betrieb seine Witwe Hedwig das renommierte Haus zunächst weiter. In den 1930er Jahren kam das Kino Kurfürsten-Theater hinzu, 1932 ging die Immobilie an Valentin Köhler, Sohn der Berliner Hotelierslegende Joseph Köhler, der Kino und Theater wieder verschwinden ließ und stattdessen eine Gaststätte eröffnete. In das Nachbarhaus zog das UFA-Theater Kurfürstendamm ein. Köhler betrieb das gut gehende Haus zusammen mit seinem Sohn das gut gehende Haus, in dessen Erdgeschoss sich inzwischen die Hamburger Cigarren-Handels-AG (1943) eingemietet hatte, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, danach wurde das vom Bombenhagel weitgehend verschonte Gebäude nach Plänen des Architekten Paul G. R. Baumgarten umgestaltet und aufgestockt. Diese Maßnahme ist bis heute an dem Gebäude gut erkennbar, denn die neuen Etagen wurden ohne weiteren Fassadenschmuck aufgesetzt.

In den 1950er Jahren blühte das Hotel wieder auf. Prominente Schauspielerinnen wie Romy Schneider und Gina Lollobrigida, die zu den die zu den West-Berliner Filmfestspielen anreisten, stiegen dort ab; erst nach der Wiedervereinigung verlor der repräsentative Hotelbau seine Bedeutung, die Gästenachfrage ging spürbar zurück, so dass notwendige Sanierungsmaßnahmen bald nicht mehr durchgeführt werden konnten und das Haus im Jahr 2005 an den Immobilienunternehmer Manfred Weingärtner veräußert wurde, der zusammen mit seinem Partner Robert Hübner den Hotelbetrieb mit insgesamt 136 Zimmern noch bis Ende 2012 fortführte.

Um das traditionsreiche Haus am Ku’damm in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, beauftragte Weingärtner die US-amerikanische Interieur-Designerin Dayna Lee mit umfassenden Neugestaltungsplänen: Das Gebäude wurde nochmals aufgestockt, hofseitig kamen ein Wintergarten und ein Anbau mit einem Restaurant hinzu, der Eingang wurde an die Westseite verlegt, der mittlere Bereich wurde an den Textilhersteller Hugo Boss vermietet, in die Lobby führt nun ein 20 Meter langer Gang, „Catwalk“ genannt, der teilweise mit simulierten eckigen Säulen in Fabrikoptik, teilweise aber auch mit einer Stuck-Decke ausgestattet ist. Es gibt Baxter-Ledersessel und New Yorker Townhouse-Design.

Nach zwei Jahren des Umbaus wurde das Hotel 2014 wiedereröffnet. Die insgesamt 130 Zimmer und 14 Suiten sind größtenteils im Hollywood-Stil eingerichtet; neben den Stuckdecken dominieren smaragdgrüne Wände mit altrosa Elementen, die Dielen sind in schokoladenbraun gehalten und ein Kamin ziert den Wintergarten. Weingärtner will keine offiziellen Hotelsterne, sondern das Haus als Boutique-Hotel firmieren lassen. Darunter versteht man einen persönlich geführten, individuellen Beherbergungsbetrieb mit variabler Preisgestaltung im Oberklasse-Segment. Kooperationen bestehen mit benachbarten Einrichtungen wie dem Kino oder dem Wellnessanbieter Lifestyle Salon & Spa.

Das Hotel Berlin Zoo eignet sich mit seinen 200 Quadratmeter an Tagungs- und Eventfläche auch für Meetings. Firmen und Verbände können zwischen den vier Tagungsräumen Leopard, Fox, Cougar und Tigres wählen, die allesamt flexibel unterteilbar sind und eine moderne technische Ausstattung bieten. Das Restaurant Grace mit seinem außergewöhnlichen Design sorgt für kulinarische Genüsse durch ein besonderes Konzept, das als „Dining & Drinking“ bezeichnet wird. Hier finden traditionelle und fremdländische Aromen zusammen, und wer bei einem kleinen Snack leckere Cocktails genießen will, kann die hauseigene Grace Bar mit ihrem eleganten Flair aufsuchen.

Erst im Mai 2016 wurde das noble Haus am Kurfürstendamm 25 für sein nachhaltiges Wirtschaften ausgezeichnet und erneut von Green Globe zertifiziert. Die Zusammenarbeit mit Green Globe äußert sich laut Remo Fietz, Director of Revenue Development, vor allem im bewussten Umgang mit Ressourcen: „Alle Mitarbeiter wurden angehalten, bewusst und sorgfältig mit den zur Verfügung gestellten Materialien sowie Equipment umzugehen und auf einen sparsamen Gebrauch zu achten. Durch die Zusammenarbeit mit Green Globe konnten wir uns in RFP-Prozessen behaupten und bei Firmen mit ähnlichen Werten auf nationaler und internationaler Ebene entsprechend punkten“

Noch in diesem Jahr will das Hotel seinen Nachhaltigkeitskurs weiter ausbauen. „Eines unserer Ziele für 2016 ist, Papier zu sparen. Ein Prozess zur papierlosen Ablage wurde bereits vorgestellt und eingeführt. Bisher konnte sich die Reservierungs- und Convention Sales Abteilung als erste ‚Paperless-Office‘-Abteilung bewähren. Alle Mitarbeiter werden weiterhin sensibilisiert und zu einem umweltbewussten Umgang mit allen Materialien erzogen“, so Remo Fietz.

Seit der Wiederöffnung vor zwei Jahren ist es dem Hotel Berlin Zoo gelungen, neue Akzente in verschiedenen Bereichen zu setzen, nicht nur hinsichtlich nachhaltigen Wirtschaftens und eines schonenden Umgangs mit Ressourcen. Gerade erst hat Manfred Weingärtner eine neue Dachterrasse mit Rooftop-Bar auf der siebenten Etage eröffnen, die sich an ein mondänes und weltoffenes Hauptstadt-Publikum richtet. Besonders schicke Kleidung ist allerdings nicht vonnöten, wenn man dort einen Hugo oder Espresso genießen möchte. „Es gibt keinen Dresscode“, betont der Hotelbesitzer. Grundsätzlich stehe die Dachterrasse jedem offen, der Eintritt ist frei. Wer den Blick einmal entspannt über den Ku‘damm schweifen lassen möchte, ist hier bestens aufgehoben.

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