Login

sachsen-depesche.de

Dresden – Die Demonstrationen von Pegida in Dresden, die Krawalle in Heidenau und die Auseinandersetzungen zwischen Migranten und Einheimischen in Bautzen, die Blockade eines Busses mit Asylbewerbern in Clausnitz und der hohe Anteil von AfD-Anhängern (laut letzten Umfragewerten würde knapp ein Viertel der Wähler in Sachsen für die rechtspopulistische Partei stimmen) – dies und einiges mehr soll dem Freistaat vor allem im Ausland einen enormen Ansehensverlust beschert haben. Mit Sorge betrachten vor allem Vertreter der Tourismuswirtschaft die Entwicklungen der letzten Zeit.

Dresden – Die sächsische Landeshauptstadt verfügt über nicht wenige weltbekannte Wahrzeichen, worunter im Zeitalter des Massentourismus vor allem architektonische Meisterleistungen wie Frauenkirche, Zwinger oder „Blaues Wunder“ verstanden werden. Vor der Industrialisierung, der Fremdenverkehr steckte noch in den Kinderschuhen, dominierten Wallfahrer, Handelsreisende und Handwerksburschen Europas Straßen. Lediglich der Adel schickte seine Söhne auf Kavalierstour in die Welt.

Donnerstag, 22 Dezember 2016 19:15

Politisch Lied… garstig Lied?

Dresden – Goethe hätte sich bestätigt gesehen, am vierten Advent im Dresdner Stadtzentrum. Sein geflügeltes Wort jedenfalls passte für die wohl schaurigste Weihnachtsinszenierung, die die Landeshauptstädter jemals über sich ergehen lassen mussten. Bei PEGIDA auf dem Theaterplatz waren es noch einige Tausend „Wutbürger“, die zum dritten „Großen Dresdner Weihnachtsliedersingen“ gekommen waren. Verständlich, dass die Asylkritiker das weihnachtliche Liedgut als trotziges Bekenntnis zur überlieferten christlichen Tradition verstehen wollen. Doch eingeklemmt zwischen den Tiraden Michael Stürzenbergers und Jürgen Elsässers nahm sich „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ eher grotesk aus. Vielleicht rächt sich so, dass die Pegidianer von Anbeginn auf jede Spiritualität verzichtet haben. Als rein defensive Bewegung eines platten Säkularismus haben sie dem ausgreifenden Islam – außer phrasenhaft beschworenen „Werten“ – wenig entgegenzusetzen.

Dresden – Für den Dresdner Stadtrat Jörg Urban (AfD) sind die Pläne des Architekten Jens Heinrich Zander, der am Postplatz einen neuen Glasbau entstehen lassen will, eine „Verschandelung“ und „ein weiterer Baustein von Allerweltsarchitektur“. „Nicht nur, dass die Stadt wieder einmal unsere kommunales Eigentum verkauft, um Haushaltlöcher zu stopfen – nein, nun soll auch das letzte Stück schöner historischer Architektur am Postplatz verschandelt werden: der Blick auf den Dresdner Zwinger“, so der Sprecher für Stadtentwicklung und Bau der AfD-Fraktion im Dresdner Stadtrat.