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Moritzburg – Der Marienberger Landtagsabgeordnete Carsten Hütter (52) konnte sich am vergangenen Wochenende auf einem Kreisparteitag der AfD Meißen in Moritzburg bei der Aufstellung des AfD-Bundestagsdirektkandidaten für den Wahlkreis 155 (Meißen) schon im ersten Wahlgang mit gut 65 Prozent gegen seine beiden Kontrahenten, den PEGIDA-Vize Siegfried Däbritz und den Bürgerbüro-Mitarbeiter Kai Mader, durchsetzen. Däbritz erhielt 24 Prozent, Mader elf Prozent der abgegebenen Delegiertenstimmen.

Dresden – Lange wurde darüber gemunkelt, jetzt ist es heraus: PEGIDA-Vize Siegfried Däbritz will zur Bundestagswahl 2017 als Direktkandidat im Landkreis Meißen antreten. Anlässlich der vergangenen Montagsdemonstration auf dem Schlossplatz wurde dies von Lutz Bachmann verkündet. Däbritz räumte darauf ein, er wolle am 4. Dezember bei der Meißner AfD „seinen Hut in den Ring werfen“, jedoch nur, wenn die AfD ihn auch wolle, d. h. falls deren Mitglieder ihn wählen bzw. unterstützen würden. Doch ist dieser Wunsch überhaupt realistisch, haben Bachmann und Däbritz ihre Rechnung nicht ohne – wenigstens zwei – ehrgeizige AfD-Kandidaten gemacht?

Chemnitz – Auf einer Wahlversammlung haben die Kreisverbände Erzgebirge, Zwickau und Mittelsachsen der AfD am vergangenen Wochenende das Chemnitzer Landesvorstandsmitglied Ulrich Oehme (56) zum Bundestagsdirektkandidaten für den Wahlkreis 163 (Chemnitzer Umland - Erzgebirgskreis II) gewählt. Der selbständige Versicherungsmakler, der zu den Gründungsmitgliedern der AfD in Sachsen gehört, setzte sich im ersten Wahlgang mit 23 zu 12 Stimmen gegen seinen mittelsächsischen Kontrahenten Dr. Jörg Bretschneider durch.

Cotta – Die Bundes- und sächsische Landesvorsitzende der AfD, Frauke Petry, ist am Sonntag zur Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis 158 (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) gewählt worden. Bei einem AfD-Kreisparteitag in Cotta bei Pirna erhielt sie ohne Gegenkandidaten rund 92 Prozent der Stimmen: 34 der Delegierten stimmten für die AfD-Bundeschefin, zwei gegen sie, ein Mitglied enthielt sich. Begleitet wurde die Wahl von großer Medienpräsenz.

Dresden – Sachsen könnte demnächst eine politische Sensation erleben. Nachdem der sächsische FDP-Landesvorsitzende Holger Zastrow kürzlich bei der parteiinternen Nominierungswahl für die Direktkandidatur im Bundestagswahlkreis 160 ((Dresden II - Bautzen II) eine überraschende Niederlage einstecken musste, deuten Äußerungen des Liberalenchefs, der auch Mitglied des FDP-Bundespräsidiums ist, auf eine grundlegende politische Neuorientierung hin.

Leipzig – Die Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla ist von der Leipziger CDU nicht mehr als Direktkandidatin für den Wahlkreis 152 (Leipzig-Nord) zur Bundestagswahl aufgestellt worden. Die 54-Jährige fiel beim Nominierungsparteitag ihres Heimatverbandes am vergangenen Sonnabend mit nur 29 Prozent schon im ersten Wahlgang durch. Zum CDU-Direktkandidaten zur Bundestagswahl 2017 gekürt wurde am Ende der Leipziger Stadtrat und frühere Bahnrad-Olympiasieger Jens Lehmann (48), der sich im zweiten Wahlgang knapp gegen seinen Stadtratskollegen Michael Weickert (27) durchsetzen konnte. Für den Wahlkreis 153 (Leipzig-Süd) sicherte sich Thomas Feist (51) erwartungsgemäß die Kandidatur.

Leipzig – Auf das Leipziger Wahlkreisbüro der CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla wurde erneut ein Anschlag verübt. Unbekannte Täter beschmierten in der Nacht von Montag auf Dienstag die Fassade mit einer teerähnlichen Flüssigkeit, warfen vier Fenster ein und verwüsteten das Büro. Bei dem Anschlag wurden auch vor dem Haus geparkte Fahrzeuge von Anwohnern beschädigt. Hinweise auf die Verursacher oder ihre Motive liegen nach Polizeiangaben noch nicht vor, ein linksextremer Hintergrund sowie ein Zusammenhang mit Kudlas per Twitter verbreiteter Warnung vor einer „Umvolkung“ Deutschlands liegt allerdings nahe.