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Dresden – Die bekannte Pegida-Aktivistin und Kandidatin zur letzten Dresdner OB-Wahl, Tatjana Festerling, hat mit ihren Äußerungen zur Flüchtlingspolitik gegenüber einem britischen Medium eine Welle der Empörung ausgelöst. Das Online-Portal der „Daily Mail“ zitiert Festerling, die dem britischen Publikum als „the most powerful woman in far-right Germany“ („die mächtigste Frau der Rechtsaußen-Szene Deutschlands“) vorgestellt wird, unter anderem mit der Aussage, dass die Menschen in Europa ihren Anstand ablegen („Fuck decency!“) und gegen den „Sex-Dschihad“ kämpfen sollten. Ihr wortwörtlicher Aufruf: „Greift nach euren Mistgabeln und kämpft gegen die Islamisierung Europas, sonst sind wir verloren!“

Dresden – Die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ (DNN) haben eine Einstweilige Verfügung gegen Tatjana Festerling erwirkt. Nach Angaben der Zeitung hatte die bekannte PEGIDA-Frontfrau und ehemalige Dresdner Oberbürgermeisterkandidatin nach einem tätlichen Angriff auf einen DNN-Reporter bei einer Demonstration der islam- und asylkritischen Bewegung sinngemäß behauptet, der Journalist habe den Übergriff frei erfunden.

Dresden – Mit seinem vor knapp einem Monat erschienenen Buch „Pegida – Spaziergänge über den Horizont“ hat der Radebeuler Künstler, Schriftsteller und freie Journalist Sebastian Hennig erstmals eine Chronik jener Bewegung vorgelegt, die seit über einem Jahr weit über die Grenzen Dresdens und Sachsens hinaus für Schlagzeilen sorgt. In der lokalen Presse wurde das Buch zumeist kritisch rezensiert, handelt es sich dabei doch um Aufzeichnungen aus der Binnenperspektive, also um das Werk eines ausdrücklichen Pegida-Anhängers. Beim Lesen des Buches fällt einem jedoch sofort eines auf: Hennig ist kein „Jubelperser“ von Lutz Bachmann & Co. Wenn er es für angebracht hält, findet er auch Worte, die nicht jedem „Pegidianer“ schmecken dürften.

 

Plauen/Sebnitz – Während die „Spaziergänge“ von PEGIDA in Dresden weiter großen Zulauf erhalten (am Montag nahmen rund 20.000 Menschen teil), treibt die asylkritische Stimmung mittlerweile auch in anderen sächsischen Städten Tausende auf die Straße. So folgten am vergangenen Sonntag rund 5.000 Menschen einem Aufruf der Gruppe „Wir sind Deutschland“ zu einer Demonstration in Plauen, während zur gleichen Zeit in Sebnitz etwa 3.000 Demonstranten eine symbolische Grenze gegen den Zustrom illegaler Einwanderer bildeten. Auch im ostsächsischen Görlitz waren etwa 1.000 Menschen auf den Beinen, um unter dem Motto „Görlitz wehrt sich“ gegen die Asylpolitik der Bundesregierung zu protestieren.

Dresden – Rund 200 Besucher fanden sich am vergangenen Donnerstag zu einer Veranstaltung des „Compact“-Magazins mit Chefredakteur Jürgen Elsässer und dem Verleger Götz Kubitschek ein. Thema der Veranstaltung war „Asyl. Die Flut – Wo soll das enden?“ Neben der Vorstellung des neuen „Compact“-Sonderheftes zur Asyl- und Flüchtlingskrise erlebten die Besucher eine spannende Diskussion über die Möglichkeiten des demokratischen Widerstandes gegen die herrschende Asylpolitik. Jürgen Elsässer machte dabei deutlich, dass die gewaltfreien Proteste ganz klar auf das Ziel gerichtet sein müssen, die Regierung zu stürzen. Zudem hatten der „Compact“-Chef und sein Gastreferent am Ende noch eine Überraschung parat.

Dresden – In der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahlen in Dresden konnte die von SPD, Linken, Grünen und Piraten unterstützte Kandidatin des Bündnisses „Gemeinsam für Dresden“, Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), mit 36,0 Prozent das beste Ergebnis erzielen. Der seit dem Rückzug von Helma Orosz (CDU) amtierende Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der für den von FDP und Freien Wählern getragenen Verein „Unabhängige Bürger für Dresden“ antrat, landete mit 31,7 Prozent auf Platz zwei. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) musste mit nur 15,4 Prozent eine klare Niederlage hinnehmen. Die Union verliert damit eine weitere deutsche Großstadt. Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling schaffte mit 9,6 Prozent einen Achtungserfolg, AfD-Kandidat Stefan Vogel erreichte 4,8 Prozent, für Spaßkandidat Lars Stosch alias „Lara Liqueuer“ votierten 2,5 Prozent.

Dresden – Bislang fiel die von PEGIDA nominierte Kandidatin Tatjana Festerling im Dresdner Oberbürgermeisterwahlkampf weder durch Plakate noch durch Inhalte sonderlich auf. Dafür setzt die gebürtige Hamburgerin nun offenbar auf Effekthascherei – und das in einem Umfeld, das nicht als besonders PEGIDA-affin bekannt ist. Festerling besuchte am vergangenen Freitag die Schwulen-Bar „Boys“ auf der Alaunstraße in der Neustadt, um sich mit ihrem Mitbewerber Lars Stosch beim Schnapstrinken ablichten zu lassen. Der Kandidat der Spaßtruppe „Die PARTEI“ legt dort als Travestiefigur „Lara Liqueur“ Platten auf.

Dresden – Laut einer Umfrage des Instituts für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden im Auftrag der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) wird es bei der OB-Wahl am 7. Juni in Dresden ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der sächsischen Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) und dem amtierenden Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) geben. Für Stange werden 28 Prozent vorausgesagt, für Hilbert 26 Prozent. Beide treten nicht für ihre Parteien, sondern für Wahlbündnisse an.

Dresden – Der Gründer der STATT Partei, Markus Wegner, hat sich für die Wahl von Tatjana Festerling zur Dresdner Oberbürgermeisterin ausgesprochen. In einem Beitrag für das von dem ehemaligen „Welt“-Journalisten Günther Lachmann gegründete Nachrichtenportal „Geolitico“ (www.geolitico.de) schreibt Wegner über die PEGIDA-Kandidatin: „Sie hat Ausbildung, Studium, Auslandsaufenthalte, verschiedenste berufliche Tätigkeiten bis hin zur eigenen Agentur, zwei Kinder und Ehemann hinter sich – sie kennt alle Höhepunkte wie Tücken des Lebens. Wer Ultra-Marathon gelaufen ist, kann sich seine Zeit einteilen und weiß, wo er welche Reserven wann einsetzt.

Dresden – Die NPD verzichtet auf einen eigenen Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Dresden und ruft stattdessen zur Wahl der Pegida-Kandidatin Tatjana Festerling auf. In einer am Montag veröffentlichen Erklärung des Kreisvorstandes der Partei heißt es dazu, Festerling habe gute Chancen, „mit einem achtbaren Ergebnis der etablierten Politik einen ordentlichen Denkzettel zu verpassen“. Gleichzeitig forderten die Rechten die AfD auf, ihren Kandidaten Stefan Vogel zurückzuziehen, um für die Pegida-Kandidatin „eine möglichst breite Unterstützung aus dem patriotisch-konservativen Spektrum zu erreichen“.

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