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Dresden – Waren es Theaterschaffende oder gar die Antifa, die am Montagabend auf dem Balkon des Schauspielhauses ein Banner mit dem Slogan „Nationalismus raus aus den Köpfen“ entrollten, den Einstieg für Siegfried Däbritz' Wochenrückblick lieferte – die Bundeskanzlerin. Angesichts der CDU-Wahlniederlage hatte Merkel wenige Stunden zuvor auf einer Pressekonferenz selbstkritisch beteuert, in der Flüchtlingskrise die Zeit „zurückdrehen“ zu wollen, was auf dem gut gefüllten Postplatz mit lautstarkem „Merkel muss weg!“ quittiert wurde. Genau dies hat die Regierungschefin vielleicht gemeint, als sie gegenüber den Journalisten von „postfaktischen Zeiten“ sprach, in denen „die Menschen“ ganz nach ihrem „Gefühl“ leben würden.

Dresden – Tropische Hitze am Montagabend vor dem Dresdner Hauptbahnhof, ansonsten alles wie gehabt. Doch nach dem „Spaziergang“ der vielleicht 4.000 Anhänger von PEGIDA durch die St. Petersburger und Prager Straße gab es noch eine bemerkenswerte Geschichtsstunde: Siegfried Däbritz erinnerte unter dem Jubel des Publikums daran, dass auf den Tag genau vor 333 Jahren, am 12. September 1683, der „letzte Versuch der muslimischen Eroberer, Europa zu stürmen und zu unterwerfen“, vor Wien, der Hauptstadt des römisch-deutschen Reiches, zurückgeschlagen wurde.

Dresden – Auch wenn das Wetter am Montagabend eher eine Ahnung von Herbst vermittelte, standen die zahlreich erschienenen Pegidianer dicht an dicht auf dem Dresdner Schlossplatz. Die gelöste Stimmung mochte den Wahlergebnissen aus Mecklenburg-Vorpommern vom Vortag geschuldet sein; der Erfolg der AFD mit 20,8 Prozent, wie auch das Scheitern der Grünen wurden erwartungsgemäß bejubelt.

Dresden – Kritiker der PEGIDA-„Spaziergänge“ bemängeln häufig deren Rednerpersonal, das zeitweise, zwischen platter Polemik und bis ins Peinliche abgleitenden Banalitäten, wie festgefahren schien. Mit der – mehrfach angekündigten – Renate Sandvoß von „Journalistenwatch.com“ gelang am Montag auf dem Postplatz ein Aufmerksamkeitserfolg.

Dresden – Montag, der 15. August: Ein Demomontag wie schon unzählige zuvor. Auffällig mehr Polizisten in der Innenstadt, vielleicht gab es einen Zusammenhang zu  der Sitzblockade, die ca. 30 junge Gegner zu Beginn, inmitten der sich sammelnden Teilnehmer des PEGIDA-„Spaziergangs“, veranstalteten. Auch der Sohn des stellvertretenden sächsischen Ministerpräsidenten und Wirtschaftsministers Martin Dulig (SPD), der Meißner Kreisrat und Juso-Chef Johann Dulig (21), soll sich unter den Blockierern befunden haben. Abgeschirmt von stoisch dreinblickenden Polizisten lösten diese bei den Pegidianern lautstarke Unmutsäußerungen aus.

Donnerstag, 21 Juli 2016 17:24

PEGIDA nach dem Terroranschlag von Nizza

Dresden – Der Motor ist wieder angesprungen, am vergangenen Montag bei PEGIDA am Dresdner Hauptbahnhof. Auch die Formel „Einfach nur präsent sein“, zu Veranstaltungsbeginn aus dem Brief eines anonymen Pegidianers verlesen, ist sowohl Indiz für Ernüchterung wie für Realismus. Ob der von Lutz Bachmann verkündete Vollzug der Gründung einer „Freiheitlich Direkt-Demokratischen Volkspartei“ (FDDV) eine Relevanz hat, darf bezweifelt werden.

Dresden/Leipzig – Es waren nicht nur technische Probleme, die PEGIDA am vergangenen Montag zu schaffen machten. Vielleicht war es der bislang schwächste Dresden-Auftritt, den die Islamkritiker in 21 Monaten Demonstrationsgeschehen überhaupt zelebriert haben.

Dresden – „God save the Queen“ – intoniert der Singeklub am Montag noch vor offiziellem Veranstaltungsbeginn auf dem Postplatz, und es scheint, als wäre nach dem Brexit auch der Himmel über PEGIDA wieder ein bisschen heller geworden. An der „gefährlichsten Frau Europas“, gemeint ist Bundeskanzlerin Merkel, arbeitet sich Lutz Bachmann im ersten Redebeitrag ab. Dann Friedensrhetorik, Beifall, Solidarität mit Putin und Stopp der Sanktionen, Beifall.

Dresden – Die Aufregung war Lutz Bachmann anzumerken. Doch nach der medialen Schlammschlacht der vergangenen Tage, die sich der PEGIDA-Gründer mit Tatjana Festerling, der bisherigen Frontfrau der Bürgerbewegung, geliefert hatte, war eine Stellungnahme zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen unumgänglich. Die erfolgte am Montag dann auf Bachmann‘sche Art, in Form einer mit unterdrückter Wut hervorgestoßenen Aufzählung von Vereinsausgaben, was nichts beweisen konnte und eher neue Abgründe aufzeigte.

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