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sachsen-depesche.de

Dienstag, 07 März 2017 22:32

Max & Moritz

Dresden – Schmuddelwetter bei PEGIDA am Montag in der „Schlossplatzarena“. Lutz Bachmann platzt fast vor Selbstgefälligkeit. Die Staatsanwaltschaft Dresden habe einen dicken Brief geschickt, 16 gegen ihn eröffnete Ermittlungsverfahren seien eingestellt worden: Volksverhetzung, Beleidigung, falsche Verdächtigung. Das Publikum jubelt. Noch im März starte der „Dresdner Frühling“ mit „Einprozent“, „Compact“, der Identitären Bewegung, PI-News, der AfD und natürlich PEGIDA. Dann eine der Lieblingsideen des Vorsitzenden: Alle, natürlich dem Wahlkampf geschuldeten Forderungen der Berliner Politik seien „Eins zu eins abgeschrieben von PEGIDA!“

Mittwoch, 01 März 2017 04:49

Rosenmontag mit PEGIDA

Dresden – Wie wird man zum „IBster“, so die Selbstbezeichnung der Szene für „identitäre Hipster“? Robert Timm (25) von der Identitären Bewegung Deutschland (IB) gab als Redner auf dem Dresdner Schlossplatz einen Erklärungsversuch. Launig berichtete der Berliner Architekturstudent von Schlüsselerlebnissen mit Multikulti auf Gymnasium und Universität – und nein, im Gegensatz zu manchen, ihre deutsche Identität verleugnenden Mitschülern, wollte Timm, dessen Familie einst aus Niederschlesien vertrieben worden sei, deshalb nie „als Pole“ gelten. Unter dem Beifall der Pegidianer bedankte er sich bei „den Linken“, die mit den „Outings“, dem denunziatorischen Öffentlichmachen von Namen und Adressen identitärer Aktivisten, dazu beitragen würden, dass diese „mit noch mehr Energie, als vorher“ in Erscheinung treten würden.

Donnerstag, 22 Dezember 2016 19:15

Politisch Lied… garstig Lied?

Dresden – Goethe hätte sich bestätigt gesehen, am vierten Advent im Dresdner Stadtzentrum. Sein geflügeltes Wort jedenfalls passte für die wohl schaurigste Weihnachtsinszenierung, die die Landeshauptstädter jemals über sich ergehen lassen mussten. Bei PEGIDA auf dem Theaterplatz waren es noch einige Tausend „Wutbürger“, die zum dritten „Großen Dresdner Weihnachtsliedersingen“ gekommen waren. Verständlich, dass die Asylkritiker das weihnachtliche Liedgut als trotziges Bekenntnis zur überlieferten christlichen Tradition verstehen wollen. Doch eingeklemmt zwischen den Tiraden Michael Stürzenbergers und Jürgen Elsässers nahm sich „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ eher grotesk aus. Vielleicht rächt sich so, dass die Pegidianer von Anbeginn auf jede Spiritualität verzichtet haben. Als rein defensive Bewegung eines platten Säkularismus haben sie dem ausgreifenden Islam – außer phrasenhaft beschworenen „Werten“ – wenig entgegenzusetzen.

Dresden – PEGIDA am vergangenen Montag auf dem winterkalten Schlossplatz: Lutz Bachmann übt Selbstkritik! Angesichts der für den eloquenten Norbert Hofer (FPÖ) verlorengegangenen österreichischen Bundespräsidentenwahl reflektierte er verschwurbelt, dass man in der Vergangenheit „zu weich“ geworden sei, jetzt aber besser „wie Trump“ sein müsse.

Dresden – Lange wurde darüber gemunkelt, jetzt ist es heraus: PEGIDA-Vize Siegfried Däbritz will zur Bundestagswahl 2017 als Direktkandidat im Landkreis Meißen antreten. Anlässlich der vergangenen Montagsdemonstration auf dem Schlossplatz wurde dies von Lutz Bachmann verkündet. Däbritz räumte darauf ein, er wolle am 4. Dezember bei der Meißner AfD „seinen Hut in den Ring werfen“, jedoch nur, wenn die AfD ihn auch wolle, d. h. falls deren Mitglieder ihn wählen bzw. unterstützen würden. Doch ist dieser Wunsch überhaupt realistisch, haben Bachmann und Däbritz ihre Rechnung nicht ohne – wenigstens zwei – ehrgeizige AfD-Kandidaten gemacht?

Donnerstag, 24 November 2016 19:48

Fordert der Stadtschreiber Gewalt gegen Pegida?

Dresden – So will Peter Wawerzinek seine Worte sicher nicht verstanden wissen. Immerhin hatte der scheidende Dresdner Stadtschreiber in der „Sächsischen Zeitung“ vom 19./20. November seinem Unmut drastisch Ausdruck verliehen, denn nur „das P“ hindere Dresden in seinen Augen daran, eine sympathische Stadt zu sein. Eigentlich habe er sich das halbe Jahr an der Elbe recht wohl gefühlt, wären da nicht die fehlende Badewanne, die „Schildbürgerstreichbrücke“ (Albertbrücke) und das schlagfertige „pegidanahe Pärchen“ im „Watzke“ gewesen, das die Unverfrorenheit besaß, einfach nicht seiner Meinung sein zu wollen.

Dresden – Die rhetorische Frage stellte Siegfried Däbritz zu Beginn seiner Auslassungen, um sie gleich selbst zu beantworten: Schließung der Grenzen, Abschiebung aller illegalen Asylbewerber, Reform des Rentensystems, Stopp der Auslagerung deutscher Arbeitsplätze, Verteidigung der europäischen Identität und Islamabwehr, Partnerschaft mit Russland.

Dresden – Am 27. September vor 54 Jahren verstarb in Dresden der Maler Fritz Beckert. 1877 in Leipzig geboren, begann der junge Beckert 1894 seine Ausbildung an der Kunstakademie seiner Heimatstadt, war aber mit deren starr konservativer Ausrichtung unzufrieden. Er setzte sein Studium in Dresden fort und schrieb sich für das Wintersemester 1896/97 bei Friedrich Preller d. J. ein. Studienreisen führten Beckert durch Österreich, Italien und Deutschland, besonders nach Thüringen und Franken. Abgeschlossen hat er seine Ausbildung 1902 bei Gotthardt Kuehl, der die Dresdner Akademie als Vertreter moderner Malerei wesentlich beeinflusste.

Dresden – Auch wenn das Wetter am Montagabend eher eine Ahnung von Herbst vermittelte, standen die zahlreich erschienenen Pegidianer dicht an dicht auf dem Dresdner Schlossplatz. Die gelöste Stimmung mochte den Wahlergebnissen aus Mecklenburg-Vorpommern vom Vortag geschuldet sein; der Erfolg der AFD mit 20,8 Prozent, wie auch das Scheitern der Grünen wurden erwartungsgemäß bejubelt.