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Dresden – „Vielen Dank, daß ich da sein darf“, meint der Redner mit dem Pathos der Bescheidenheit vor den Tausenden auf dem Dresdner Postplatz. Und dann auch noch bei „Kaiserwetter“ an diesem sommerlichen 14. Mai, der 145. PEGIDA in der Landeshauptstadt. Der Auftritt Björn Höckes bei PEGIDA ist eine Premiere, und das Publikum jubelt wie bei einem Messias. Was aber hat der umstrittene Thüringer AfD-Chef den erwartungsvollen Dresdnern zu sagen?

Donnerstag, 15 Juni 2017 18:54

Bundesverdienstkreuz für PEGIDA?

Dresden – Montagabend bei schönstem Sommerwetter bei PEGIDA auf dem Dresdner Postplatz. Redebeiträge von Wolfgang Taufkirch und Renate Sandvoß. Nach dem „Spaziergang“ geht es mit dem Berliner Studenten Robert Timm von der Identitären Bewegung (IB) weiter. Dann ein neues Gesicht auf der PEGIDA-Bühne: Dr. Hans Christoph Berndt, Vorsitzender der einwanderungskritischen Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ aus dem brandenburgischen Golßen (Spreewald).

Berndt ist Zahnarzt an der renommierten Berliner Charité und sorgte schon vor einem Jahr für Turbulenzen. Der damalige Personalratschef geriet mit seinem Verein ins Visier der Antifa, die mit Flugblättern und Transparenten gegen „Rassismus an der Charité“ mobil machte.

Mittwoch, 31 Mai 2017 01:48

Der gelöschte Livestream

Dresden – „Dieses Video wurde entfernt, weil es gegen die YouTube-Richtlinie zum Verbot von Hassrede verstößt. Erfahre mehr über die Bekämpfung von Hassrede in Deinem Land.“ Wer unmittelbar nach Veranstaltungsende der montäglichen PEGIDA-Kundgebung auf YouTube auf den passenden Livestream vertraute, wurde diesmal eines Besseren belehrt. Im schönsten Neusprech bekannte sich das US-amerikanische Videoportal zur Zensur – Vorbote des umstrittenen Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) von Bundesjustizminister Heiko Maas?

Dienstag, 31 Januar 2017 23:53

„Verarscht von vorne bis hinten“

Dresden – Weder gefrierender Regen noch die am Postplatz aufmarschierte Antifa konnte an die 1.500 Pegidianer am Montag davon abhalten, am traditionellen „Spaziergang“ durch die Dresdner Innenstadt teilzunehmen. Dafür gab es dann „Sportnachrichten“ mit Siegfried Däbritz aus Aleppo: Im dortigen Al-Shabab-Stadion habe erst am vergangenen Samstag vor zehntausenden Zuschauern ein Fußballspiel zwischen dem syrischen Meister Al-Ittihad und Horiyah Riayat stattgefunden, während anderswo nicht wenige Syrer (als Flüchtlinge) damit beschäftigt gewesen seien, die europäischen Fußgängerzonen zu „bereichern“, den Familiennachzug Hunderttausender einzuklagen und über ihre Traumatisierungen zu „lamentieren“.

Dresden – Die rhetorische Frage stellte Siegfried Däbritz zu Beginn seiner Auslassungen, um sie gleich selbst zu beantworten: Schließung der Grenzen, Abschiebung aller illegalen Asylbewerber, Reform des Rentensystems, Stopp der Auslagerung deutscher Arbeitsplätze, Verteidigung der europäischen Identität und Islamabwehr, Partnerschaft mit Russland.

Freitag, 04 November 2016 21:00

PEGIDA am Reformationstag auf dem Postplatz

Dresden – Gesetzt den Fall, Donald Trump wird am 8. November, kommenden Dienstag zum 58. Präsidenten der USA gewählt, würde dann Lutz Bachmann am darauffolgenden Montag auch allen Ernstes seinen Anhängern zurufen: „PEGIDA wirkt“? Zuzutrauen wäre es ihm. Am Tag von Luthers Thesenanschlag in Wittenberg hat der Gründer von PEGIDA mit großer Attitüde ausgeholt, um der auf dem Dresdner Postplatz erschienenen Gefolgschaft sein Weltbild zu erklären.

Dresden – Waren es Theaterschaffende oder gar die Antifa, die am Montagabend auf dem Balkon des Schauspielhauses ein Banner mit dem Slogan „Nationalismus raus aus den Köpfen“ entrollten, den Einstieg für Siegfried Däbritz' Wochenrückblick lieferte – die Bundeskanzlerin. Angesichts der CDU-Wahlniederlage hatte Merkel wenige Stunden zuvor auf einer Pressekonferenz selbstkritisch beteuert, in der Flüchtlingskrise die Zeit „zurückdrehen“ zu wollen, was auf dem gut gefüllten Postplatz mit lautstarkem „Merkel muss weg!“ quittiert wurde. Genau dies hat die Regierungschefin vielleicht gemeint, als sie gegenüber den Journalisten von „postfaktischen Zeiten“ sprach, in denen „die Menschen“ ganz nach ihrem „Gefühl“ leben würden.

Dresden – Kritiker der PEGIDA-„Spaziergänge“ bemängeln häufig deren Rednerpersonal, das zeitweise, zwischen platter Polemik und bis ins Peinliche abgleitenden Banalitäten, wie festgefahren schien. Mit der – mehrfach angekündigten – Renate Sandvoß von „Journalistenwatch.com“ gelang am Montag auf dem Postplatz ein Aufmerksamkeitserfolg.

Dresden – Für den Dresdner Stadtrat Jörg Urban (AfD) sind die Pläne des Architekten Jens Heinrich Zander, der am Postplatz einen neuen Glasbau entstehen lassen will, eine „Verschandelung“ und „ein weiterer Baustein von Allerweltsarchitektur“. „Nicht nur, dass die Stadt wieder einmal unsere kommunales Eigentum verkauft, um Haushaltlöcher zu stopfen – nein, nun soll auch das letzte Stück schöner historischer Architektur am Postplatz verschandelt werden: der Blick auf den Dresdner Zwinger“, so der Sprecher für Stadtentwicklung und Bau der AfD-Fraktion im Dresdner Stadtrat.