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sachsen-depesche.de

Donnerstag, 30 März 2017 00:06

Metapolitische Piraten auf Kaperfahrt

Dresden – „Martin, Martin!“, rufen die Pegidianer auf dem dicht gefüllten Altmarkt. Die freundliche Begrüßung gilt indes nicht Martin Schulz, dem neuen Hoffnungsträger der SPD, wohl aber dem jungen Martin Sellner (28) von der „Identitären Bewegung“ (IB) aus Österreich, den weniger sozialdemokratische Hoffnungen umtreiben. Sellner ist nicht das erste Mal Gastredner der PEGIDA und so etwas wie ein Publikumsliebling. Die Sachsen mögen Österreich, und die „Spaziergänger“ schätzen die Frische des Wiener Philosophiestudenten, dessen Gefolgsleute schon mehrfach in Robin-Hood-Manier für Überraschungen sorgten, so auch am 20. Februar 2017 mit einer Protestaktion an den umstrittenen Schrottbussen vor der Frauenkirche (www.sachsen-depesche.de/regional/%E2%80%9Eeure-politik-ist-schrott-%E2%80%9C.html).

Donnerstag, 23 März 2017 00:32

Frühlingsauftakt auf dem Dresdner Altmarkt

Dresden – Frühlingsbeginn mit mildem Wetter und PEGIDA am Montagabend auf dem Dresdner Altmarkt. Zunächst eine Erinnerung von Lutz Bachmann: Am Tag genau vor 29 Monaten, am 20. März 2014, waren die ersten 300 Pegidianer vis-à-vis auf dem Neumarkt gestartet. Seitdem ohne Unterbrechung „ganz vorn rechts“ als Bannerträger im Einsatz, der Vater des PEGIDA-Gründers, Heinz Bachmann. An diesem Montag wird er 77 Jahre alt, gibt es Blumen und Beifall für den Jubilar.

Dresden – Sachsens Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth (CDU) ist eigentlich als ruhiger und ausgeglichener Mensch bekannt. In einem Post, den er am Freitag via Facebook losschickte, hat der gebürtige Norddeutsche aber offenbar die Contenance verloren. In seinem Statement lässt der CDU-Politiker seinem Ärger über bestimmte Kritiker des Politbetriebs freien Lauf, was durchaus legitim ist. Seinen Verweis auf die vermeintliche Abhängigkeit vieler dieser Menschen von Sozialleistungen könnte man – gerade im Wahljahr 2017 – indes als reichlich ungeschickt bezeichnen.

Dienstag, 07 März 2017 22:32

Max & Moritz

Dresden – Schmuddelwetter bei PEGIDA am Montag in der „Schlossplatzarena“. Lutz Bachmann platzt fast vor Selbstgefälligkeit. Die Staatsanwaltschaft Dresden habe einen dicken Brief geschickt, 16 gegen ihn eröffnete Ermittlungsverfahren seien eingestellt worden: Volksverhetzung, Beleidigung, falsche Verdächtigung. Das Publikum jubelt. Noch im März starte der „Dresdner Frühling“ mit „Einprozent“, „Compact“, der Identitären Bewegung, PI-News, der AfD und natürlich PEGIDA. Dann eine der Lieblingsideen des Vorsitzenden: Alle, natürlich dem Wahlkampf geschuldeten Forderungen der Berliner Politik seien „Eins zu eins abgeschrieben von PEGIDA!“

Mittwoch, 01 März 2017 04:49

Rosenmontag mit PEGIDA

Dresden – Wie wird man zum „IBster“, so die Selbstbezeichnung der Szene für „identitäre Hipster“? Robert Timm (25) von der Identitären Bewegung Deutschland (IB) gab als Redner auf dem Dresdner Schlossplatz einen Erklärungsversuch. Launig berichtete der Berliner Architekturstudent von Schlüsselerlebnissen mit Multikulti auf Gymnasium und Universität – und nein, im Gegensatz zu manchen, ihre deutsche Identität verleugnenden Mitschülern, wollte Timm, dessen Familie einst aus Niederschlesien vertrieben worden sei, deshalb nie „als Pole“ gelten. Unter dem Beifall der Pegidianer bedankte er sich bei „den Linken“, die mit den „Outings“, dem denunziatorischen Öffentlichmachen von Namen und Adressen identitärer Aktivisten, dazu beitragen würden, dass diese „mit noch mehr Energie, als vorher“ in Erscheinung treten würden.

Dresden – Die LINKE-Politiker Juliane Nagel und Silvio Lang haben die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen PEGIDA-Chef Lutz Bachmann wegen des Verdachts des Aufrufs zu Straftaten scharf kritisiert. Die beiden auch in Antifa-Kreisen aktiven Linksaktivisten hatten Bachmann wegen verschiedener Facebook-Einträge angezeigt. Darin hatte der Anführer der asyl- und islamkritischen Truppe die Hashtags #RopeIsGoingToBecomeExpensive, #TimeToLearnTieing und #TheHigherTheBetter verwendet – also „Seil wird teuer werden“, „Zeit zum Knoten lernen“ und „je höher, desto besser“. Nagel und Lang, die in Bachmanns Posts vom Februar 2016 namentlich genannt wurden, sehen darin einen Mordaufruf.

Dresden – In den sozialen Netzwerken ergießt sich Häme über die frühere Grünen-Landeschefin Antje Hermenau, die am 21. August 2016 gegen 6 Uhr morgens Opfer eines Einbruchs wurde. Der Täter rüttelte am Fenster ihres Wohnhauses in der Dresdner Neustadt, während sie und ihr 10-jähriger Sohn noch im Bett lagen. Dann drang er in die Wohnung der alleinerziehenden Mutter ein und stahl unter anderem Schmuck und ein Portemonnaie mit 150 Euro Bargeld. Zwei Wochen später wurde der Täter Mohammed J., ein 25-jähriger abgelehnter Asylbewerber aus Tunesien, bei einem weiteren Einbruch auf frischer Tat ertappt.

Dienstag, 21 Februar 2017 22:32

„Eure Politik ist Schrott!“

Dresden – Der lautstarke Jubel der PEGIDA-Anhänger auf dem Wiener Platz gilt den Aktivisten der Identitären Bewegung (IB). Jene hatten am Vormittag in einer Überraschungsaktion mittels Hebebühne ein Banner an dem umstrittenen Schrottbus-Monument auf dem Neumarkt befestigt, Motto: „Eure Politik ist Schrott! Keine Interventionskriege, keine Waffenlieferungen = keine Migration“. Diese Räuber-und-Gendarm-Attitüde imponiert den Pegidianern, sind sie selbst doch seit 28 Monaten auf immer gleichen „Spaziergängen“ durch das Dresdner Stadtzentrum unterwegs, die außer missvergnügten Ehefrauen und der Antifa kaum noch jemanden aufregen.

Dresden – Der Schriftsteller Akif Pirinçci hat vom Amtsgericht Dresden einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung erhalten. Das Gericht befand, dass Aussagen aus einer Rede, die der deutsch-türkische Bestsellerautor am 19. Oktober 2015 bei einer Kundgebung von PEGIDA in Dresden gehalten hatte, unter diesen Straftatbestand fallen und brummte ihm 180 Tagessätze zu je 65 Euro auf. Das ergibt eine Gesamtgeldstrafe von 11.700 Euro.

Dresden – Der frühere sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo (CDU) hat mit einem seltsamen Post auf Facebook Kopfschütteln aufgelöst. Am Mittwoch veröffentlichte der ehemalige Landtagsabgeordnete ein Bild von den Schrottbussen, die im Rahmen einer Kunstaktion vor der Dresdner Frauenkirche aufgestellt wurden, und kommentierte dies mit den Worten: „Sparkasse Bayreuth? Hat es für die Originale aus Aleppo nicht gereicht?“

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