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Riesa – Die Noch-Ehefrau des früheren NPD-Parteivorsitzenden Holger Apfel befindet sich nach einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ im sächsischen Aussteigerprogramm für Neonazis, das vom Verfassungsschutz begleitet wird. Jasmin Apfel habe mit der rechtsextremen Szene gebrochen und möchte wieder „ein normales Leben“ führen, heißt es in dem Bericht. Inzwischen trinke sie mit ihren syrischen Nachbarn Kaffee und gebe ihnen Nachhilfe in Deutsch. Ihr Ausstiegsbetreuer wird in dem Artikel mit den Worten zitiert: „Wir haben eine Palette von Indikatoren, um zu prüfen, ob es jemand ernst meint. An Jasmin glauben wir ganz fest. Garantien gibt es aber nie.“

Hermsdorf – Die maßgeblich von früheren oder noch aktiven NPD-Kadern geleitete „Thügida“-Gruppe hat durch einen Facebook-Post erneut eine Nähe zur AfD zu suggerieren versucht. Diesmal traf es AfD-Bundessprecherin Frauke Petry, die sich am Rande einer Veranstaltung im thüringischen Hermsdorf am letzten Donnerstag – offenbar in Unkenntnis darüber, um wen es sich handelte – gemeinsam mit „Thügida“-Vorständlerin Angela Schaller ablichten ließ. Ein weiteres Foto zeigt Petry an der Seite von „Thügida“-Vorstandsmitglied Maik Schade. Die Gruppe veröffentlichte die Bilder umgehend auf ihrer Facebook-Seite.

Ankara/Köln – Die Demokratie ist ein hohes Gut. Doch sie ist anfällig und muss täglich neu verteidigt werden. Zu leicht macht sie es dem, sie zu missbrauchen, der ihre Toleranz ausnutzen will. Dies gilt auch für jene, die sich auf ihre religiösen Überzeugungen berufen und dabei den säkularen Staat ablehnen. Es ist ein schmaler Grat zwischen dem gewollten Pluralismus, der auch wirren oder gar extremen Ansichten Gehör gibt, und der Verbreitung demokratiefeindlicher Ideologien. In Deutschland bildet der Rechtsextremismus die „rote Linie“.