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sachsen-depesche.de

Dienstag, 10 Januar 2017 14:39

Leipzig: Licht aus bei Legida?

Leipzig – Gut zwei Jahre nach der ersten Demonstration des Leipziger Pegida-Ablegers Legida wollen die Initiatoren das Projekt offenbar weitestgehend begraben. Am Montagabend erklärte Legida-Organisator Arndt Hohnstädter vor rund 500 Anhängern bei der wohl letzten Demo der Gruppierung in der Messestadt: „Wir haben uns als Legida wirklich bemüht, mit Dresden und Chemnitz eine Struktur aufzubauen. Leider ist uns das bis heute nicht geglückt.“

Dresden – Die Demonstrationen von Pegida in Dresden, die Krawalle in Heidenau und die Auseinandersetzungen zwischen Migranten und Einheimischen in Bautzen, die Blockade eines Busses mit Asylbewerbern in Clausnitz und der hohe Anteil von AfD-Anhängern (laut letzten Umfragewerten würde knapp ein Viertel der Wähler in Sachsen für die rechtspopulistische Partei stimmen) – dies und einiges mehr soll dem Freistaat vor allem im Ausland einen enormen Ansehensverlust beschert haben. Mit Sorge betrachten vor allem Vertreter der Tourismuswirtschaft die Entwicklungen der letzten Zeit.

Dresden – Die sächsische Linke konnte im vergangenen Jahr 328 Neumitglieder begrüßen. Nach Angaben der Partei ist dies ein „neuer Rekordwert“ und zugleich „eine Trendwende“, da erstmals seit der Vereinigung von Linkspartei.PDS und WASG im 2007 die Zahl der Neueintritte die Zahl der verstorbenen Mitglieder übertroffen habe. Im abgelaufenen Jahr verstarben insgesamt 281 Parteimitglieder in Sachsen, weitere 394 traten aus. Das ergibt trotz des verkündeten „Neumitglieder-Rekords“ ein Minus von 347 Mitgliedern. Ende 2016 hatten insgesamt 8.310 Personen in Sachsen das Parteibuch der Linken.

Leipzig – Im Galerie Hotel „Leipziger Hof“ ist noch bis zum 5. Februar 2017 die Ausstellung „Wetterleuchten im Abendland“ mit Bildern des Künstlers Michael Fischer-Art zu sehen. Die Malereien und Zeichnungen des 1969 in Leipzig geborenen ehemaligen Schülers von Prof. Rolf Münzner an der Hochschule für Grafik und Buchkunst erinnern an Pop Art á la Roy Lichtenstein oder Keith Haring, sind grell und bunt, aufrüttelnd und verspielt – und wollen dennoch vor allem Nachdenklichkeit ausdrücken.

Dresden – Nach dem Anschlag mit einem Lkw auf einen Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz, zu dem sich inzwischen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) bekannt hat, sind die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Dresdner Striezelmarkt massiv verschärft worden. Unter anderem wurden entlang der Seite zur Wilsdruffer Straße große Fahrzeugsperren aus Beton aufgestellt, die es potenziellen Attentätern unmöglich machen sollen, mit einem Fahrzeug auf den Altmarkt zu gelangen. Außerdem patrouillierten jetzt bewaffnete Polizeieinheiten ständig auf dem Areal.

Leipzig – Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow gerät parteiintern immer stärker in die Kritik. Wie SACHSEN DEPESCHE berichtete, geht man in seinem Dresdner Heimat-Kreisverband nach seiner schmerzhaften Niederlage bei der Wahl des Bundestagsdirektkandidaten schon davon aus, dass der frühere Landtagsfraktionschef der Liberalen, der auch dem FDP-Bundespräsidium angehört, demnächst zurücktreten könnte. Einige munkeln gar, Zastrow befinde sich bereits auf dem Sprung zur AfD, was allerdings von anderer Seite nicht bestätigt werden konnte (siehe: http://www.sachsen-depesche.de/politik/nach-wahlkreis-klatsche-geht-sachsens-fdp-chef-holger-zastrow-zur-afd.html).

Dresden – Die flüchtlings- und migrationspolitische Sprecherin der Linken im Sächsischen Landtag, Juliane Nagel, hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) vorgeworfen, den Rassismus im Land anzuheizen. Tillich hatte nach dem gewaltsamen Tod einer Studentin in Freiburg, die vermutlich von einem minderjährigen Migranten aus Afghanistan umgebracht wurde, gefordert, entgegen der bisher geltenden Rechtslage künftig auch jugendliche Asylbewerber in ihre Heimatländer abzuschieben. „Ich fordere die konsequente Abschiebung auch von strafmündigen Jugendlichen, wenn sie sich eines schweren Vergehens schuldig gemacht haben“, so Tillich am Montag.

Dresden – Die Fraktionen der LINKEN im Sächsischen Landtag und im Landtag Brandenburgs laden für Freitag, den 02.12.2016, zum 12. Sorbischen Tag in das Haus der Rosa-Luxemburg-Stiftung Leipzig (Hartkortstr. 10) ein. Die Veranstaltung beginnt um 10:00 Uhr und steht unter dem Motto „Die Ausbildung sorbischsprachiger Lehrerinnen und Lehrer.“

Dresden – Nach dem Verbot der Salafisten-Vereinigung „Die wahre Religion“ durch das Bundesinnenministerium will Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) im Freistaat ein Aussteigerprogramm für Islamisten einrichten, um vor allem jungen Menschen eine Abwendung vom religiösen Fundamentalismus zu ermöglichen. Federführend soll dabei der beim Dresdner Innenministerium angesiedelte Landespräventionsrat sein, der bis Ende des Jahres ein entsprechendes Konzept erarbeiten will.

Leipzig – Dem Freistaat Sachsen gehen pro Jahr rund 500 Denkmäler verloren. Dies geht aus der Antwort des Landesinnenministeriums auf eine Anfrage des sächsischen Landtagsabgeordneten Wolfram Günther (Grüne) hervor. Demnach wurden seit dem Jahr 2000 mehr als 4.500 Baudenkmale abgerissen. Aktuell liegen bereits weitere 200 Genehmigungen für Abrisse bzw. Teilabrisse und 109 in Bearbeitung befindliche Anträge auf Abriss vor. Allein 40 Abrisse wurden dabei jeweils im Landkreis Leipzig bzw. in der Stadt Leipzig genehmigt. Im Landkreis Leipzig stauen sich darüber hinaus weitere 40 bislang noch nicht entschiedene Abrissanträge.

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