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Dresden – Die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag hat sich ablehnend zu den Moscheebauplänen der Ahmadiyya-Gemeinde in Chemnitz geäußert. Wie der religionspolitische Sprecher der AfD, Carsten Hütter, am Donnerstag erklärte, bekenne man sich zwar „ohne Wenn und Aber“ zur Religionsfreiheit, die freie Religionsausübung von Muslimen in Sachsen sei jedoch „auch ohne Großmoschee gewährleistet“. Moscheen dürften „nicht ohne Zustimmung der Bürger“ errichtet werden.

Chemnitz – Die Ahmadiyya-Gemeinde will nach dem positiv beschiedenen Moscheebauprojekt in Leipzig-Gohlis ein weiteres muslimisches Gotteshaus in Sachsen errichten. Noch bevor der erste Spatenstich in Leipzig erfolgt ist, hat die umstrittene Glaubensgemeinschaft einen Bauvorantrag für eine Moschee mit Kuppel und Minarett in Chemnitz gestellt. Wie der Vorsitzende der Ahmadiyya-Gemeinde in Sachsen, Rashid Nawaz, mitteilte, habe man inzwischen weitere von der Stadt geforderte Unterlagen nachgereicht. Nun warte man auf Antwort. Die Moschee soll auf einem Grundstück in Nähe des Chemnitzer Stadtzentrums entstehen.

Dresden – Anlässlich der Einführung eines Burka-Verbots im Schweizer Kanton Tessin hat der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag, André Wendt, ein solches Verbot auch in Deutschland gefordert. „Die AfD-Fraktion begrüßt das Burka-Verbot im Tessin ausdrücklich und fordert die Bundespolitik auf, ein entsprechendes Gesetz auch in Deutschland zu erlassen“, so Wendt.

Leipzig – Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde in Leipzig, die nach eigenen Angaben rund 80 Mitglieder hat, will 2016 den Grundstein für ihre Moschee im Stadtteil Gohlis legen. Nachdem die Bauvoranfrage von der Stadt im vergangenen Jahr genehmigt wurde, wird die Gemeinde in den kommenden Wochen einen Bauantrag stellen, teilte der Vorsitzende der Glaubensgemeinschaft, Abdullah Wagishauser, am vergangenen Freitag mit. Das islamische Gebetshaus soll auf einer Brache an der Georg-Schumann-/Ecke Bleichertstraße entstehen. Gebaut werden soll nach dem Entwurf des Stuttgarter Architekten Mustafa Ljaic, der nach einem Architekturwettbewerb den Zuschlag erhielt.

Leipzig – Was schon seit geraumer Zeit vor dem regelrecht von Asylantragstellern belagerten Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) zu beobachten ist, wird auch in Sachsen zunehmend zu einem Problem: Immer öfter tauchen radikale Salafisten vor den Unterkünften der Asylbewerber auf, um sie zu „bekehren“ und für den „Dschihad“, den „Heiligen Krieg“ in Syrien und im Irak, zu rekrutieren. Das Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet diese Entwicklung intensiver denn je und spricht von „propagandistischen und sozialen Aktivitäten“ der Salafisten vor Flüchtlingsheimen. Im Blickpunkt der Schlapphüte steht dabei vor allem die Leipziger Al-Rahman-Moschee mit ihrem Prediger Hassan Dabbagh, den Sicherheitsbehörden zu den gefährlichsten Anführern der Salafisten in Deutschland zählen. Der Plattenbau im Zentrum-Nord gilt als „geistiges Zentrum“ der laut Verfassungsschutz etwa 170 Anhänger des Salafismus in Sachsen.

Dresden – Mit seinem vor knapp einem Monat erschienenen Buch „Pegida – Spaziergänge über den Horizont“ hat der Radebeuler Künstler, Schriftsteller und freie Journalist Sebastian Hennig erstmals eine Chronik jener Bewegung vorgelegt, die seit über einem Jahr weit über die Grenzen Dresdens und Sachsens hinaus für Schlagzeilen sorgt. In der lokalen Presse wurde das Buch zumeist kritisch rezensiert, handelt es sich dabei doch um Aufzeichnungen aus der Binnenperspektive, also um das Werk eines ausdrücklichen Pegida-Anhängers. Beim Lesen des Buches fällt einem jedoch sofort eines auf: Hennig ist kein „Jubelperser“ von Lutz Bachmann & Co. Wenn er es für angebracht hält, findet er auch Worte, die nicht jedem „Pegidianer“ schmecken dürften.

 

Berlin – Der Islamforscher und Psychologe Ahmad Mansour warnt vor einer Unterschätzung des Radikalisierungspotenzials muslimischer Gemeinschaften in Deutschland. Er müsse eine zunehmende „Planlosigkeit“ der Politik im Umgang mit islamistischen Gruppen beobachten, kritisierte der Autor des Buches „Generation Allah“ in der letzten Woche. „Prävention ist halt nicht sexy, da gibt es keine schnellen Ergebnisse, die man vorzeigen kann“, so der wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Zentrum für demokratische Kultur in Berlin. Prävention sei jedoch gerade in der heutigen Zeit unendlich wichtig, „weil ich finde, dass es hierzulande unfassbar viele Jugendliche gibt, die Verschwörungstheorien anhängen, antisemitische Gedanken hegen und nicht demokratisch denken“.

Niederau/Schmiedeberg – Am Wochenende ist es sowohl in Niederau (Landkreis Meißen) als auch in Schmiedeberg (Erzgebirge) zu schwerwiegenden Vorfällen in Asylbewerberunterkünften gekommen. In der Niederauer Erstaufnahmeeinrichtung gingen in der Nacht zu Sonnabend etwa 40 Afghanen und rund 60 Migranten anderer Nationalitäten unter anderem mit Metallstangen aufeinander los, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Die Auseinandersetzungen sollen nach Angaben der Polizei religiös motiviert gewesen sein. Als Rädelsführer der Krawalle konnte ein afghanischer Asylbewerber identifiziert werden.

Dienstag, 14 April 2015 18:52

Geert Wilders bei Pegida in Dresden

in Politik

Dresden – Es waren deutlich mehr als die von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) genannten 10.000 Anhänger, die sich am Montag bei der mittlerweile 23. Veranstaltung der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) in Dresden einfanden. Die Flutrinne vor der Messe begann sich schon zwei Stunden vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung mit Menschen zu füllen. Als Pegida-Organisator Lutz Bachmann gegen 18 Uhr – und damit gut eine Stunde später als geplant – die Großkundgebung eröffnete, dürften es an die 20.000 Menschen gewesen sein, die vor allem den Auftritt des umstrittenen Islamkritikers Geert Wilders aus den Niederlanden mit Spannung erwarteten.

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