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Großröhrsdorf – Die Pläne der sächsischen Staatsregierung, eine 20.000 Quadratmeter große Produktionshalle in der Gemeinde Großröhrsdorf (Landkreis Bautzen) zu einer Asylbewerberunterkunft für zunächst 700 Personen umzufunktionieren, sind gescheitert. Der Besitzer der sogenannten Schüco-Halle, der Geschäftsführer der Firma MB-Portatec Dietmar Metzner, zog sein Angebot zurück, da er zu der Einsicht gelangte, dass eine Nutzung der Halle zur Flüchtlingsunterbringung unverantwortlich sei. Metzner wörtlich: „Die Vermietung können wir nicht verantworten. Das generelle Flüchtlingsproblem ist so nicht zu lösen und für kein Geld der Welt und keine Sicherheitszusage werden wir die Halle hergeben.“ Es tue ihm leid, dass er dem Freistaat doch nicht helfen könne.

Großröhrsdorf – Es ist nur eine kleine Meldung auf der Facebook-Seite der Freien Wähler (FW) Großröhrsdorf, doch die hat es in sich: Angeblich plane der Freistaat Sachsen die Unterbringung von 3000 Asylbewerbern in der knapp 20 Kilometer östlich von Dresden gelegenen Kleinstadt im Landkreis Bautzen. Das wäre in etwa die Hälfte der Einwohnerzahl Großröhrsdorfs.

Zwickau – Auch Sachsens viertgrößte Stadt Zwickau soll nach den Plänen der sächsischen Staatsregierung eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber erhalten. Dies teilten Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung in Dresden mit. Bei der Einrichtung soll es sich um eine Außenstelle mit 700 Plätzen handeln. Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) bemängelte, dass die Stadt nicht in die Planungen des Freistaates einbezogen worden war.

Heidenau – Bekanntlich sucht der Freistaat Sachsen händeringend nach Unterbringungsmöglichkeiten für die Erstaufnahme von Asylbewerbern. Da Bundesinnenminister Thomas de Maizière seine Flüchtlingsprognose für 2015 nach Medienberichten von derzeit 450.000 auf bis zu 750.000 erhöhen wird, würden gemäß Königsteiner Schlüssel auch die Zuweisungszahlen für Sachsen deutlich steigen: Statt der bislang erwarteten 22.5000 wären es dann bis zu 37.500 Asylbewerber, um deren Unterbringung sich der Freistaat kümmern müsste.