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Leipzig – Noch vor wenigen Monaten hatte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) es vehement abgelehnt, dass in seiner Stadt ein Drehkreuz zur Verteilung von Migranten eingerichtet wird. Nachdem Pläne für den Flughafen Leipzig/Halle und ein Bahngelände zunächst gescheitert waren, wird die Pleißestadt nun aber doch zum Flüchtlingsdrehkreuz: In Mockau ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) schon dabei, die dortige Zeltstadt zu einer Massenunterkunft für Tausende von Menschen umzubauen. Über kurz oder lang könnten die Zelte auch durch Leichtbauhallen ersetzt werden, um weitere Kapazitäten zu schaffen, heißt es dazu aus der Landesdirektion.

Leipzig – Geht es nach der Bundesregierung, soll der Flughafen Leipzig/Halle neben dem Münchner Hauptbahnhof zum zweiten großen Drehkreuz zur Verteilung der unaufhaltsam nach Deutschland strömenden Flüchtlingsmassen werden. Dies würde bedeuten, dass auch in Leipzig Woche für Woche Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende ankommen und registriert werden, um sie dann mit Bussen auf alle neuen Bundesländer zu verteilen. Allein Sachsen rechnet in diesem Jahr mit bis zu 50.000 Asylbewerbern, wobei die Prognosen bekanntlich ständig nach oben korrigiert werden.

Dienstag, 08 September 2015 18:24

Asylzustrom: Leipzig wird ein zweites München

in Politik

Leipzig – Es sind unbeschreibliche Szenen, die sich derzeit auf dem Münchner Hauptbahnhof abspielen. Täglich treffen unzählige Sonderzüge mit Tausenden von Flüchtlingen aus Budapest und anderen Städten ein. Die Menschen drängen aus den überfüllten Waggons auf die Bahnsteige und werden dann von Polizei und Hilfskräften zu der provisorischen Notaufnahmestelle im Nordteil des Bahnhofs geführt. Allein am vergangenen Wochenende trafen binnen 48 Stunden rund 20.000 Menschen ein, die strenggenommen illegal einreisen, weil sie über einen sicheren Drittstaat nach Deutschland kommen. Der Zustrom an Asylbewerbern ist kaum noch zu bewältigen.