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sachsen-depesche.de

Donnerstag, 04 August 2016 04:55

PEGIDA auf verlorenem Posten?

Dresden – Trostlos schnarrt die Stimme des DVB-Dispatchers aus dem Lautsprecher der Straßenbahnhaltestelle Wilsdruffer Straße, um Störungen „wegen einer Demonstration im Stadtgebiet“ zu vermelden. Nach dem stattlichen Zug der vorbeiziehenden PEGIDA-„Spaziergänger“ zu urteilen – 3000 oder mehr können es am vergangenen Montag gewesen sein –, handelt es sich um eine machtvolle Demonstration widerständiger Patrioten, von deren Erscheinungsbild ähnlich geartete Initiativen anderer Städte nur träumen können. Doch die farbenfrohe Pracht trügt, denn es ist eine gar dürftige politische Kost, die die Bachmann-Truppe ihrer Anhängerschaft zum Wochenauftakt anzubieten hat.

Dienstag, 26 Juli 2016 13:30

Brexit – Bayxit – Säxit?

in Politik

Dresden – Die Bayernpartei (BP) hat schon bessere Zeiten gesehen. 1946 gegründet, zog sie zwei Jahre später mit 17 Abgeordneten in den ersten Deutschen Bundestag ein. Allein in ihrem Stammland holten die bayerischen Traditionalisten damals 20,9 % der Stimmen. Seitdem ging es bergab, fristete man ein eher randständiges Dasein.

Dresden/Leipzig – Es waren nicht nur technische Probleme, die PEGIDA am vergangenen Montag zu schaffen machten. Vielleicht war es der bislang schwächste Dresden-Auftritt, den die Islamkritiker in 21 Monaten Demonstrationsgeschehen überhaupt zelebriert haben.

Dresden – Hat PEGIDA im „gesellschaftlichen Diskurs“ tatsächlich „alles“ verändert, wie es David Begrich, Referent auf einer Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung, im April in Dresden behauptete? Wenigstens wird dies den Pegidianern am Montag geschmeichelt haben, deren anfängliches Schmunzeln in Gelächter umschlug, als Siegfried Däbritz Begrichs Thesen in ungelenkem Soziologensprech vom Blatt zitierte.

Dresden – Gleich vier Gegendemonstrationen hatten das Antifa-Bündnis „Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter“ (Gepida) auf die Beine gestellt, um am 23. Mai „Pegida aus der Neustadt (zu) jagen“. Doch weder die martialische Drohkulisse noch die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes konnte verhindern, dass sich die islamkritische Bürgerbewegung, nach kurzer Anmoderation von Versammlungsleiter Siegfried Däbritz, mit mehr als 2500 Demonstranten in gewohntem Gepränge zum Albertplatz bewegte.

Dresden – Einen „Startpunkt für echten Zusammenhalt, europäischen Gemeinschaftssinn und einen starken, europäischen Korpsgeist“ hatte PEGIDA-Frontfrau Tatjana Festerling versprochen. Dieser Verheißung waren am Pfingstmontag mehr als 2000 Veranstaltungsteilnehmer gefolgt, um bei strahlend blauem Himmel auf dem Neustädter Markt in Dresden „Festung Europa“ / „Fortress Europe“ zu unterstützen. Die europäische Bürgerbewegung, die schon am 6. Februar mehr als 10.000 Anhänger an die Elbe brachte, gilt als Projekt Festerlings – und tatsächlich war die Hamburgerin erst am Wochenende zu deren 1. Sprecherin gewählt worden.

Dresden – Nach dem Generalsekretär der Jungen Alternative (JA) Sachsen, Julien Wiesemann, hat auch der AfD-Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag, Björn Höcke, zu der wegen einer Antifa-Drohung geplatzten Asyl-Diskussionsveranstaltung in Dresden Stellung genommen (die SD berichtete). Wir hatten am Donnerstag bei Höcke, der bei der Veranstaltung als Referent auftreten sollte, deswegen angefragt.

Dresden – Eine für diesen Freitag geplante Veranstaltung der Jungen Alternative (JA) zum Thema Asyl mit dem Fraktionsvorsitzenden der AfD im Landtag von Thüringen, Björn Höcke, und dem brandenburgischen AfD-Landtagsabgeordneten Andreas Kalbitz im Hotel „Bergwirtschaft“ am Wilden Mann in Dresden wurde am Donnerstag kurzfristig abgesagt. Als Grund gab die JA Sachsen „Bedrohungen der Gaststättenbetreiber“ an.

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