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PEGIDA im Wahlfieber auf dem Dresdner Schlossplatz

Wird Siegfried Däbritz Direktkandidat im Landkreis Meißen?

Freitag, 02 Dezember 2016 05:29
Taschenlampen und Wollmützen: PEGIDA-Anhänger am Montag 28.11.2016 auf dem Schlossplatz Taschenlampen und Wollmützen: PEGIDA-Anhänger am Montag 28.11.2016 auf dem Schlossplatz Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Lange wurde darüber gemunkelt, jetzt ist es heraus: PEGIDA-Vize Siegfried Däbritz will zur Bundestagswahl 2017 als Direktkandidat im Landkreis Meißen antreten. Anlässlich der vergangenen Montagsdemonstration auf dem Schlossplatz wurde dies von Lutz Bachmann verkündet. Däbritz räumte darauf ein, er wolle am 4. Dezember bei der Meißner AfD „seinen Hut in den Ring werfen“, jedoch nur, wenn die AfD ihn auch wolle, d. h. falls deren Mitglieder ihn wählen bzw. unterstützen würden. Doch ist dieser Wunsch überhaupt realistisch, haben Bachmann und Däbritz ihre Rechnung nicht ohne – wenigstens zwei – ehrgeizige AfD-Kandidaten gemacht?

Dem Landkreis Meißen entspricht der 2009 gebildete Bundestagswahlkreis Meißen (Wahlkreis 155). 2013 gewann die CDU hier haushoch, der heutige Bundesinnenminister Thomas de Maizière holte allein 53,6 % der Erststimmen. Die AfD verzichtete im Jahr ihrer Gründung auf einen Direktkandidaten, gewann aber immerhin 7,1 % der Zweitstimmen. In wenigen Tagen entscheiden die Mitglieder des AfD-Kreisverbandes Meißen über ihren Direktkandidaten für die anstehende Bundestagswahl. Doch gegenüber der Dresdner „Morgenpost“ hält KV-Vize Mario Aßmann die Kandidatur von Däbritz für „unwahrscheinlich“, Favorit sei der Marienberger Autohändler Carsten Hütter, der für die Partei bereits im Sächsischen Landtag sitze. Hütter aber gilt als Petry-Vertrauter, das gespannte Verhältnis der AfD-Vorsitzenden zu PEGIDA ist bekannt.

Außerdem, hört man aus informierten Parteikreisen, wolle der Dresdner AfD-Stadtrat Gordon Engler in Meißen kandidieren. Engler war jüngst wiederholt durch PEGIDA-freundliche Auslassungen aufgefallen, ein wenig zu freundlich vielleicht. Kein Zweifel, der umtriebige Stadtrat will hoch hinaus. In Dresden bereits parteiintern unterlegen, hofft er nun in Meißen auf einen Platz auf den blauen Wahlplakaten. Den Wahlkreis 155 wird er wohl kaum gewinnen, aber, wissen informierte Beobachter, wer als Direktkandidat bei der AfD „Gesicht zeige“ könne mit einem guten Platz auf der Landesliste rechnen, dem eigentlichen Ticket nach Berlin.

Doch vielleicht geschieht ja ein Wunder, in wenigen Tagen werden wir mehr wissen. Am Rande der Kundgebung lud Bachmann schon mal den „Donald“, Donald Trump, nach Sachsen zum Treffen mit Putin ein. Dem zahlreich versammelten Publikum gefiel die Vorstellung. Vielleicht hat man einfach nur zu wenig Phantasie?

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