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PEGIDA nach den US-Wahlen auf dem Dresdner Schlossplatz

Wie verhindert man einen „deutschen Trump“?

Freitag, 18 November 2016 15:40
Anhänger von PEGIDA am 14.11.2016 auf dem Dresdner Schlossplatz Anhänger von PEGIDA am 14.11.2016 auf dem Dresdner Schlossplatz Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Die rhetorische Frage stellte Siegfried Däbritz zu Beginn seiner Auslassungen, um sie gleich selbst zu beantworten: Schließung der Grenzen, Abschiebung aller illegalen Asylbewerber, Reform des Rentensystems, Stopp der Auslagerung deutscher Arbeitsplätze, Verteidigung der europäischen Identität und Islamabwehr, Partnerschaft mit Russland.

Mit Nachdruck wies der PEGIDA-Vize den Vorwurf des Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit zurück. Der Islam sei keine „bestimmte Bevölkerungsgruppe“, gegen die man sich richte, sondern eine „Ideologie“, wie auch „illegale Ausländer“ keine Bevölkerungsgruppe seien, sondern „Menschen, die sich gegen Recht und Gesetz in Deutschland aufhalten“. Jedenfalls rolle der Zug „auf dem richtigen Gleis“ und man werde „europäische Trumps“ bald in Regierungsverantwortung sehen.

Darauf folgte Sven Ebert aus Halle. Ein echter Renegat, 25 Jahre bei den Grünen, bekennender AfD-Wähler und gegenwärtig mit einem Parteiausschlussverfahren belegt, woran nach seinem Vortrag niemand mehr Zweifel hatte. Im gewohnten Gepränge (neu waren die Sternenbanner) zogen an die 3.000 „Spaziergänger“ durch die Innenstadt. Am Postplatz hatte sich medienwirksam Sachsens Grünen-Chef Jürgen Kasek aufgebaut. Im Licht der Scheinwerfer blickte er mit melancholischer Attitüde auf die vorbeiziehenden Pegidianer, die prompt „Kasek muss weg!“-Rufe skandierten.

Zum Abschluss sprach Lutz Bachmann, der Glückwünsche an den Wahlgewinner Donald Trump voranstellte et cetera, et cetera, sich abschließend aber zur Zusammenarbeit mit der AfD bekannte, wenn nur deren sächsischer Landesvorstand endlich begreifen wolle, weshalb Frauke Petry erneut als Rednerin zur kommenden Veranstaltung eingeladen sei. Das Deutschlandlied beschloss den Abend, in einer Woche sieht man sich am selben Ort.

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