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Aus der Landeshauptstadt

Waldtrödelmarkt zur „Hofewiesn“ am 30. September in Langebrück

Dienstag, 18 September 2018 13:12
"Hofewiese" - Gasthaus mit Tradition "Hofewiese" - Gasthaus mit Tradition Quelle: Jörg Korczynsky

Dresden – „Wiesn“ (bairisch) bedeutet Wiese und meint umgangssprachlich vor allem das Münchner Oktoberfest. „Die Hofewiesn“ aber sind sächsisch und finden als Familien-Oktoberfest mit Frühschoppen, Weißwurstfrühstück und vielem mehr am 29. und 30. September 2018 in Dresden-Langebrück statt. Gastgeber ist das „Landgut Hofewiese“ von Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow, der das traditionsreiche Ausflugslokal in der Dresdner Heide 2015 übernommen hat.

Während am Sonntag (30.09.2018) von 10.00 bis 18.00 Uhr ein Kunst-, Antik- und Trödelmarkt mit Antiquitäten, Büchern und Hausrat die Erwachsenen lockt, und im Biergarten das Bautzener Jugendblasorchester für Stimmung sorgt, können sich die Kleinen beim Ponyreiten (14.00 bis 17.00 Uhr) oder Kinderschminken amüsieren. Eine Wanderung mit Jürgen Naumann führt von Langebrück über den „Saugarten“ hin zur Hofewiese, um mit den wechselvollen Schicksalen des Geländes vertraut zu machen. Die aber haben es in sich, wie ein kurzer Blick in die Annalen vorab zeigen soll.

Das Heu der - auf Langebrücker Flur gelegenen - Hofewiese (1547 ersterwähnt) diente einst zur Wildfütterung im kurfürstlichen Jagdrevier. Bereits im 16. Jahrhundert war ein Gebäude entstanden, das von Camillo Graf Marcolini 1804 erworben und durch einen Neubau ersetzt wurde. König Anton von Sachsen (1755-1836) kaufte das Areal zurück, welches als Futterstelle der Marstallpferde Verwendung fand. Das Haus wurde Wohnsitz des Wiesenvogtes, der darin eine Schankwirtschaft einrichtete. Allmählich wurde die „Hofewiese“ zum beliebten Rastplatz der Heidewanderer, wozu auch eine hauseigene Schlachterei und schmackhafte Wildgerichte beitrugen.

Nach dem Ende der Monarchie wurde der letzte Wiesenvoigt Pächter des Gasthauses. 1935 erhielt das Haus Wettin die Nutzungsrechte daran zurück. Abermals wurde das Gebäude erweitert und mit wertvollen Jagdtrophäen und Gemälden ausgestattet. Die HO (staatl. Handelsorganisation der DDR) übernahm 1960, mußte den Betrieb 1985 wieder einstellen. 1993 versuchte es ein neuer Betreiber, doch nach sieben Jahren fehlten die Mittel für notwendige Instandsetzungen. Mit der Übernahme durch Holger Zastrow öffnete 2016 immerhin eine Sommerwirtschaft, werden die Baulichkeiten Schritt für Schritt saniert, soll bis 2021 alles fertig sein.

Landgut Hofewiese, Gänsefuß 55, 01465 Dresden-Langebrück, Tel. 0351 / 8991129

Letzte Änderung am Dienstag, 18 September 2018 20:17
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