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Makabre Aktion in Heidenau und Königstein

Unbekannte stellen Tatorte mit Kreideumrissen und Kunstblut nach

Dienstag, 26 Juli 2016 13:46
Szene aus dem Video von „Heidenau hört zu“ Szene aus dem Video von „Heidenau hört zu“ Quelle: Facebook-Seite „Heidenau hört zu“ (Screenshot)

Heidenau/Königstein – Am Heidenauer Bahnhof entdeckten Passanten am Sonntagmorgen zwei Kreideumrisse, wie sie von der Polizei üblicherweise um Opfer eines Gewaltverbrechens gezeichnet werden. Auch eine zähflüssige rote Substanz, die optisch an Blut erinnert, wurde verschüttet. An den Wänden der Unterführung fanden sich außerdem Handabdrücke mit der roten Flüssigkeit.

Die makabre Nachstellung eines Tatortes hat offenbar einen politischen Hintergrund, denn um die beiden Kreideumrisse herum war eine Vielzahl von Papierschnipseln mit der Aufschrift „Migration tötet!“ verteilt. Die Bundespolizei hat den Fall übernommen, zumal sich in Königstein am selben Tag die gleiche Szenerie bot. Auch in Dresden-Zschachwitz wurde die Aktion offenbar wiederholt. Eine Täterfahndung im Nahbereich verlief in allen Fällen erfolglos.

Bei den Urhebern der Beschmierungen könnte sich um Aktivisten aus dem Umfeld der NPD-nahen Gruppierung „Heidenau hört zu“ handeln. Diese veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite ein Video, das maskierte Personen bei der Vorbereitung und Durchführung entsprechender Handlungen zeigt. Ein Vertreter des NPD-Kreisverbandes Sächsische Schweiz war am Montag für eine Stellungnahme gegenüber SACHSEN DEPESCHE nicht erreichbar. Offensichtlich sollte mit den Aktionen auf den Axt-Überfall in einem Regionalzug nach Würzburg, den Amoklauf von München und den Macheten-Angriff von Reutlingen angespielt werden. In allen drei Fällen hatten die Täter einen Migrationshintergrund.

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