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Prozess gegen Asylbewerber Fehri A. vor dem Landgericht Chemnitz

Tunesischem „Macheten-Mann“ von Freiberg droht hohe Gesamtfreiheitsstrafe

Freitag, 18 November 2016 15:45
Machete Machete

Chemnitz – Der Prozess gegen den „Macheten-Mann“ von Freiberg vor dem Landgericht Chemnitz geht in die entscheidende Runde. Angeklagt ist der 24-jährige Tunesier Fehri A., der im September 2015 Angestellte eines Netto-Supermarktes an der Chemnitzer Straße in Freiberg mit einer Machete bedroht haben soll. Beteiligt war Ermittlerkreisen zufolge auch ein 27-jähriger Libyer, der nur kurze Zeit später wieder im Laden auftauchte, rausgeschmissen wurde, gegenüber den Angestellten eine Kopfabschneider-Geste zeigte und auf dem Parkplatz sogar ein Messer zückte. Beide Asylbewerber waren von einem Ladendetektiv beim Diebstahl erwischt worden.

Fehri A., der in Medienberichten zunächst als Algerier bezeichnet und Alawad F. genannt wurde (offenbar wurden Vor- und Nachname vertauscht), hat eine dicke Strafakte. Gegen den Intensivtäter, der seit zehn Jahren in Deutschland lebt, wurde schon wegen mehrerer Einbrüche und eines weiteren Vorfalls mit einer Machete ermittelt: Mit dem gefährlichen Langmesser soll er nur einen Monat nach dem Vorfall im Netto-Markt den von einem Libyer geführten Imbiss „Tasty Döner“ an der Erbischen Straße in Freiberg überfallen und sich danach mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd geliefert haben, die mit einem Unfall an der historischen Postmeilensäule endete. Unklar ist, ob Fehri A. auch in einen Drogenhändlerring involviert war, den die Polizei im vergangenen Jahr in Freiberg ausgehoben hatte.

Zum Prozessauftakt in Chemnitz wurden mehrere Zeugen gehört, die sich zum Vorfall mit der Machete im Netto-Markt äußerten, darunter auch der Ladendetektiv, Polizeibeamte und Angestellte des Supermarktes. Der Nordafrikaner war bereits im Februar 2016 in Berlin wegen Diebstahls mit Waffen, Nötigung und Körperverletzung zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Gegen das Urteil legte sein Anwalt zwar Revision ein, diese wurde jedoch abgewiesen.

Wie das Verfahren in Chemnitz ausgeht, ist schwer abzuschätzen. Fehri A. schweigt weitestgehend zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Hinzu kommt, dass mehrere Zeugen, die bei dem Vorfall im Netto-Markt dabei waren, keine Machete oder eine sonstige Waffe gesehen haben. Alle sprachen nur von einem langen Gegenstand, eingehüllt in ein blaues Tuch, den der Tunesier mit sich geführt haben soll. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass der Tatverdächtige ein Samurai-Schwert dabei hatte. Eine solche Waffe wurde in einem gestohlenen Auto gefunden, in dem sich auch Diebesgut aus einem Einbruch, den Fehri A. verübt hatte, befand. In einer Asylbewerberunterkunft, in der der Tunesier zeitweise wohnte, wurden zudem ein Bajonett und ein Schwert sichergestellt.

Sollte Fahri A., der 1992 in Tunis als Sohn eines Krankenhausarztes geboren wurde und vor zehn Jahren über Italien erst nach München und dann nach Berlin kam, vom Landgericht Chemnitz wegen des Macheten-Überfalls rechtskräftig verurteilt werden, wird aus seinen bisherigen und den neuen Straftaten eine Gesamtstrafe gebildet. Der Prozess gegen den schwerkriminellen Asylbewerber, der auch zwei Frauen brutal zusammengeschlagen hatte, wird am 21. November fortgesetzt.

 

Über die kriminellen Umtriebe des „Macheten-Mannes“ berichtete SACHSEN DEPESCHE mehrfach:

http://www.sachsen-depesche.de/regional/freiberg-asylbewerber-bedroht-supermarkt-personal-mit-machete-und-pfefferspray.html
http://www.sachsen-depesche.de/regional/freiberg-macheten-%C3%BCberfall-hat-keine-auswirkungen-auf-asylverfahren-der-beteiligten.html
http://www.sachsen-depesche.de/regional/freiberg-algerischer-macheten-mann-schl%C3%A4gt-wieder-zu.html
http://www.sachsen-depesche.de/regional/macheten-mann-von-freiberg-gefasst-algerier-ist-offenbar-kopf-einer-kriminellen-bande.html

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