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PEGIDA auf dem Dresdner Altmarkt

Siegfried Däbritz fordert Einsatz der Bundeswehr zur Grenzsicherung

Dienstag, 10 Januar 2017 16:53
Anhänger von PEGIDA am 09.01.2017 auf dem Dresdner Neumarkt Anhänger von PEGIDA am 09.01.2017 auf dem Dresdner Neumarkt Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Am Montag bei PEGIDA auf dem winterlichen Dresdner Altmarkt. Der islamistische Berliner Terroranschlag vom 19. Dezember vergangenen Jahres erhitzt die Gemüter. Es sei eine „riesengroße Frechheit gegenüber den Opfern und Angehörigen“, so Siegfried Däbritz, dass es keine offizielle Gedenkfeier gegeben habe. Dagegen liefert das einsetzende Glockengeläut der benachbarten Kreuzkirche den passenden Hintergrund für eine Schweigeminute.

Anschließend spricht sich der PEGIDA-Vize für den Einsatz der Bundeswehr zur Grenzsicherung und zum Schutz von Bahnhöfen und Flughäfen aus. Die dadurch entlasteten Polizisten könnten Terroristen aufspüren. Tatsächlich sieht das Grundgesetz dies im Ausnahmefall (Katastrophenhilfe, Staatsnotstand) vor. Zuletzt düstere Prognosen – es gehe im besten Fall so weiter, wie bisher – und Durchhalteappelle. 

Wolfgang Taufkirch ist der Initiator der „Glückwunschunterschriftenrolle“ für den designierten US-Präsidenten Donald Trump, worauf „5678 Patrioten“ unterzeichnet haben. Unter der Zustimmung des Publikums preist der Bajuware mit der markanten Aussprache die kommende Ära Trump und rechnet mit Obama und der deutschen Bundesregierung ab. „Merkel muss weg!“, skandiert das Publikum dazu reflexhaft. Dann brechen die vielleicht 4.000 Pegidianer zu ihrem „Spaziergang“ durch die Innenstadt auf. Am Rand schlägt der, als musikalisches Rahmenprogramm gut etablierte, patriotische Singeklub im wahrsten Wortsinn auf die Pauke, verteilt ein marxistischer „Bund gegen Anpassung“ Handzettel, und ein paar Dutzend Gegendemonstranten gibt es auch. 

Abschlussredner ist Lutz Bachmann, der selbstgefällig die „Dresdner Thesen“ rekapituliert, das erste und einzige Programm aus der Anfangszeit der Bewegung. Ein wenig prophetisch klingt das schon, und einiges von dem, wofür die Islamkritiker damals geschmäht wurden, ist in der etablierten Politik längst Mainstream. Tempora mutantur! Kommenden Montag wird nicht „spaziert“, da der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke am 17. Januar in Dresden erwartet wird. Anlässlich der Veranstaltung der Jungen Alternative wolle man Höcke nämlich zeigen, „wie sehr er in Dresden willkommen ist.“

Letzte Änderung am Donnerstag, 12 Januar 2017 14:07
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