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Mutmaßliche Täter wieder auf freiem Fuß

Sachsen-Anhalt: Ermittlungen gegen drei Asylbewerber wegen Vergewaltigung einer 13-Jährigen

Mittwoch, 07 September 2016 17:32
Der ehemalige Bahnhof in Neinstedt (Aufnahme von 2007) Der ehemalige Bahnhof in Neinstedt (Aufnahme von 2007) Quelle: SACHSEN DEPESCHE

Thale/Neinstedt – Die Staatsanwaltschaft Halberstadt ermittelt gegen drei jugendliche Asylbewerber, die eine 13-jährige Schülerin aus Thale im Harz (Sachsen-Anhalt) vergewaltigt haben sollen. Nähere Angaben zur Nationalität der Täter, ihrem Alter und zum Tathergang verweigern die Behörden bislang mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen. Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck bestätigte gegenüber der Presse lediglich Ermittlungen gegen drei Verdächtige. „Es handelt sich um eine 13-Jährige, die Opfer einer Straftat geworden sein soll, und bei den Beschuldigten um Jugendliche“, so Roggenbuck, der auf ihre „besondere Schutzwürdigkeit“ verwies.

Die mutmaßlichen Täter waren in einer Einrichtung der Evangelischen Stiftung Neinstedt (ESN) untergebracht und besuchten wie das Mädchen die Sekundarschule Thale/Nord. Sie sollen aber nicht in derselben Klasse gewesen sein. Die ESN teilte dazu mit, dass sie „im Laufe des Vormittags des 1. September (…) erstmalig Kenntnis von diesem Vorwurf“ erhielt und umgehend die Polizei informierte, „die daraufhin am Nachmittag die Jugendlichen vorläufig festnahm“. Weiter heißt es in der Erklärung: „Auch im weiteren Verlauf wird die Stiftung weiterhin alles unternehmen, um die Ermittlungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft zu unterstützen, bittet jedoch um Verständnis dafür, dies nicht in der Öffentlichkeit (oder durch öffentliche Stellungnahmen) zu tun, da es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handelt, bei dem alle Beteiligten Jugendliche sind.“

Dem betroffenen Mädchen, dem „psychisch ein großer Schaden entstanden“ sei, wurde von der ESN „im Rahmen unserer Möglichkeiten psychologische Hilfe“ angeboten. Zugleich klagte die Stiftung, die sich vornehmlich um Menschen mit Behinderung kümmert und der zweitgrößte Arbeitgeber im Landkreis Harz ist, über „Hasstiraden“ und „Aufrufe zur Gewalt“ in den sozialen Medien. Offenbar wurde die ESN bei Facebook und in Kommentarspalten im Internet wegen ihrer Flüchtlingsarbeit massiv angegriffen. Die Stiftung prüft nach eigenen Angaben nun juristische Schritte gegen die Urheber der Kommentare.

Unterdessen hat die „Mitteldeutsche Zeitung“ die Aussagen des Mädchens und damit auch die Vergewaltigung in Zweifel gezogen. Das Blatt behauptet, dass „die Beweislage für die Darstellung der 13-Jährigen dünn zu sein“ scheine, ohne dies näher zu begründen. Es wird lediglich auf die Ansicht nicht namentlich benannter Juristen verwiesen. Außerdem will die MZ wissen, dass es angeblich „keine für Vergewaltigungen typischen Verletzungen“ bei der Schülerin gebe. Wie die Zeitung an ein entsprechendes ärztliches Attest gekommen sein will, bleibt offen.

Die drei mutmaßlichen Täter befinden sich nach Medienberichten wieder auf freiem Fuß und sollen in einen anderen Landkreis verlegt worden sein. Laut einer Sprecherin des Innenministeriums befänden sie sich nun in der Obhut des Bördekreises. Die Kreisverwaltung in Haldensleben hat dazu jegliche Stellungnahme abgelehnt.

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