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Ausbildung sorbischsprachiger Lehrkräfte im Fokus

Sächsische und Brandenburger Linke laden zum 12. Sorbischen Tag

Donnerstag, 24 November 2016 01:28
Sorbische Kultur: Osterreiter in der Lausitz Sorbische Kultur: Osterreiter in der Lausitz Quelle: PIXABAY.COM

Dresden – Die Fraktionen der LINKEN im Sächsischen Landtag und im Landtag Brandenburgs laden für Freitag, den 02.12.2016, zum 12. Sorbischen Tag in das Haus der Rosa-Luxemburg-Stiftung Leipzig (Hartkortstr. 10) ein. Die Veranstaltung beginnt um 10:00 Uhr und steht unter dem Motto „Die Ausbildung sorbischsprachiger Lehrerinnen und Lehrer.“

An einer Diskussion zur aktuellen Lage der Sorben in der sächsischen und brandenburgischen Lausitz werden sich unter anderem Anke Schwarzenberg (minderheitenpolitische Sprecherin der Linken im Landtag von Brandenburg), Heiko Kosel (Linke-Sprecher für die Angelegenheiten des sorbischen Volkes im Sächsischen Landtag) und David Statnik (Vorsitzender des sorbischen Verbandes Domowina) beteiligen.

Über den derzeitigen Stand und die Probleme der Ausbildung sorbischsprachiger Lehrkräfte informiert der geschäftsführende Direktor des Instituts für Sorabistik an der Universität Leipzig, Prof. Dr. Eduard Werner. Cornelia Falken (bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag) wird sich zu Fragen der aktuellen politischen Lage und der Perspektive des sorbischen Schulwesens äußern.

Die Ausbildung in sorbischer Sprache an der Universität Leipzig reicht bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1716 schlug mit der Gründung der „Societas Lusatorum Sorabica“ an der Universität Leipzig die Geburtsstunde der Sorabistik. Mit der Gründung des Instituts für Sorabistik an der Universität Leipzig im Jahre 1951 erhielt die sorbische Minderheit in Deutschland zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Hochschuleinrichtung. Das ermöglichte sowohl die systematische Erforschung der Sprache, Literatur und Geschichte der Lausitzer Sorben als auch die Ausbildung von sorbischen Lehrern, Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaftlern wie auch Journalisten.

Anfänglich war das Institut vor allem für die Ausbildung von Sorbischlehrern (einzige Ausbildungsstätte für das Lehramt Sorbisch von der Grundschule bis zum Gymnasium) und von Fachpersonal für sorbische Institutionen vorgesehen. Angesichts der wachsenden Bedeutung und Anerkennung von Minderheiten und kleinen Völkern im europäischen Kontext erweiterte sich die Palette der möglichen Berufsprofile. Die Sprachausbildung der Studenten im Institut für Sorabistik erfolgt ausschließlich in Ober- und/oder Niedersorbisch. Das Institut für Sorabistik ist nach der Umgestaltung der Universität nach 1989 die einzige akademische Institution weltweit, die sich in dieser Form mit der Sprache, Kultur und Literatur der Lausitzer Sorben beschäftigt. Damit trägt das Institut auch die Mitverantwortung für den Lehrernachwuchs in der Ober- und Niederlausitz.

Um die sorbische Sache hat sich in Sachsen in den vergangenen Jahren vor allem der Bautzener Linke-Abgeordnete Heiko Kosel verdient gemacht. SACHSEN DEPESCHE berichtete mehrfach über die Initiativen und Stellungnahme des engagierten Minderheitenvertreters:

http://www.sachsen-depesche.de/regional/crostwitz-heiko-kosel-linke-informiert-%C3%BCber-antisorbische-gewalt-in-der-lausitz.html
http://www.sachsen-depesche.de/regional/heiko-kosel-linke-%E2%80%9Ekeine-sinnlose-abbaggerung-sorbischer-d%C3%B6rfer-%E2%80%9C.html
http://www.sachsen-depesche.de/politik/sorben-politiker-heiko-kosel-linke-in-den-landtag-zur%C3%BCckgekehrt.html

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