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Robert Timm (IB) und Petra Federau (AfD) auf dem Dresdner Schlossplatz

Rosenmontag mit PEGIDA

Mittwoch, 01 März 2017 04:49
Anhänger von PEGIDA am Rosenmontag auf dem Dresdner Schlossplatz Anhänger von PEGIDA am Rosenmontag auf dem Dresdner Schlossplatz Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Wie wird man zum „IBster“, so die Selbstbezeichnung der Szene für „identitäre Hipster“? Robert Timm (25) von der Identitären Bewegung Deutschland (IB) gab als Redner auf dem Dresdner Schlossplatz einen Erklärungsversuch. Launig berichtete der Berliner Architekturstudent von Schlüsselerlebnissen mit Multikulti auf Gymnasium und Universität – und nein, im Gegensatz zu manchen, ihre deutsche Identität verleugnenden Mitschülern, wollte Timm, dessen Familie einst aus Niederschlesien vertrieben worden sei, deshalb nie „als Pole“ gelten. Unter dem Beifall der Pegidianer bedankte er sich bei „den Linken“, die mit den „Outings“, dem denunziatorischen Öffentlichmachen von Namen und Adressen identitärer Aktivisten, dazu beitragen würden, dass diese „mit noch mehr Energie, als vorher“ in Erscheinung treten würden.

Ein Novum war der Auftritt der AfD-Politikerin Petra Federau (47) auf der PEGIDA-Bühne. Die Schweriner Stadtvertreterin (Stadträtin) sprach den Dresdnern aus der Seele, die in dem umstrittenen Bus-Monument vor der Frauenkirche vor allem eine Provokation sehen. „Schande!“ rief die zierliche Mecklenburgerin, „Schande!“ rekapitulierte das Publikum. Flammende Empörung auch angesichts des jüngsten Merkel-Zitates vom CDU-Landesparteitag in Stralsund: „Das Volk ist jeder, der in diesem Land lebt.“ Wenn damit auch „alle illegal eingereisten Afrikaner, Osteuropäer und Araber“ gemeint seien, so Federau mit heiligem Ernst, könne man die Kanzlerin, die damit das deutsche Staatsvolk „verrate“, auch „eine Volksverräterin“ nennen. Die Tirade gefiel, und gewiss wird die fesche Blondine nicht das letzte Mal an der Elbe zu hören gewesen sein.

Auch sonst bot der politische Rosenmontag in Dresden einen rechten Mummenschanz mit phantasievollen Kostümierungen und derben Späßen bei den zahlreich erschienenen „Spaziergängern“ und der weniger zahlreichen, dafür unüberhörbaren Antifa. In einer Woche sieht man sich am selben Ort.

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