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Kommunalpolitische Querelen als Auslöser

Pirnaer Stadtrat Tim Lochner verlässt die CDU: Auf den Spuren von Maximilian Krah?

Sonntag, 30 Oktober 2016 17:05
Enttäuscht von der CDU: Stadtrat Tim Lochner aus Pirna Enttäuscht von der CDU: Stadtrat Tim Lochner aus Pirna Quelle: Tim Lochner (Facebook)

Pirna – Der Pirnaer Stadtrat Tim Lochner ist dem Beispiel des Dresdner Kommunalpolitikers Maximilian Krah gefolgt und hat seinen Austritt aus der CDU erklärt. Der Schritt sei ihm zwar schwergefallen, er sei „jedoch aus meiner Sicht konsequent“, heißt es im Austrittsschreiben Lochners. Als Auslöser nannte der 46-jährige Tischlermeister und Präsident des 1. FC Pirna allerdings nicht die Bundespolitik der Union, sondern kommunalpolitische Themen wie die Kandidatenfindung zur Oberbürgermeisterwahl in Pirna 2017.

Auf Konfrontation zum CDU-Stadtverband waren Lochner und seine beiden Mitstreiter des Wirtschaftsflügels Thomas Gischke und Katrin Lässig bereits nach der Kommunalwahl 2014, als sie im Pirnaer Stadtrat neben der CDU-Fraktion eine eigenständige MIT-Fraktion („Ihre Nachbarn“) gründeten. Gegen die drei Abtrünnigen wurde daraufhin ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet, das derzeit vor dem Kreisparteigericht der CDU in Dresden verhandelt wird.

Pirnas CDU-Chef Oliver Wehner zeigte sich daher mehr oder minder erleichtert über Lochners Parteiaustritt. Das Verhältnis sei „zerrüttet“ gewesen, erklärte der Landtagsabgeordnete gegenüber der Presse. Als Mitglied einer Partei müsse man demokratische Spielregeln einhalten, was der eigensinnige Tischlermeister oft habe vermissen lassen. „Wie will man in einer Fußballmannschaft gemeinsam auf ein Tor spielen, wenn man eigentlich ein anderes Trikot anhat?“, so Wehner im Gespräch mit der „Sächsischen Zeitung“.

Damit spielte Wehner auch auf die Pegida- und AfD-Nähe an, die Lochner, der als Vertreter konservativer Positionen bekannt ist, nachgesagt wird. Der Mittelständler hat aus seiner kritischen Haltung zur Asyl- und Flüchtlingspolitik Angela Merkels keinen Hehl gemacht. In einem Beitrag der ZDF-Sendung „Mona Lisa“ erklärte er sogar ganz offen, dass er derzeit AfD wählen würde. Anders als der Dresdner CDU-Abtrünnige Maximilian Krah spielt Lochner allerdings momentan nicht mit dem Gedanken, der AfD beizutreten. „SZ-Online“ berichtete: „Politisch und gesellschaftlich werde er sich nun außerhalb der CDU weiter in Pirna engagieren. (…) Er bleibt Stadtrat in der Fraktion Ihre Nachbarn.“

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