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Aktion der neuen Gruppe „Pro Patria Pirna“

Pirna: Osterbrunnen am Obermarkt mit „Heimat“-Botschaft bestückt

Montag, 28 März 2016 19:56
Die mit der "Pro Patria"-Botschaft versehene Osterkrone auf Marktplatz in Pirna Die mit der "Pro Patria"-Botschaft versehene Osterkrone auf Marktplatz in Pirna Quelle: SACHSEN DEPESCHE

Pirna – Der österlich geschmückte Brunnen am Obermarkt in Pirna, der von Jugendgruppen des sozialen Projekts Hanno e.V. gestaltet und – bezogen auf die Flüchtlingsfrage – mit einem Plädoyer für Menschenrechte in Form einer Papier-Menschenkette ausgestattet worden war, wurde am Ostersonntag mit einer weiteren politischen Botschaft versehen. Unbekannte steckten mehrere Pappschilder auf den Osterkronenschmuck, die zusammen den Satz „Das Eigene, Heimat und Identität sind auch Menschenrechte!“ ergaben. Nach wenigen Stunden wurden die zusätzlichen Schilder von Mitarbeitern der Stadt wieder entfernt.

Verantwortlich zeichnet offenbar die bislang noch nicht in Erscheinung getretene Gruppierung „Pro Patria Pirna“ (PPP), die sich durch Anbringung eines entsprechenden Schriftzuges zu der Aktion „bekannte“. Recherchen der SACHSEN DEPESCHE haben ergeben, dass es sich hierbei um einen offiziell parteiunabhängigen Zusammenschluss von Personen handelt, deren politische Nähe zu Pegida und AfD jedoch unverkennbar ist. Ein Sympathisant der Gruppe erklärte auf SD-Nachfrage: „PPP setzt sich zusammen aus mehreren Pirnaer Unternehmern und Angestellten – allesamt Familienväter und -mütter, die sich um den Erhalt der geliebten Lebenskultur sorgen.“ Neben Aktionen wie auf dem Marktplatz sei man darum bemüht, sich „mit demokratischen, also legalen Mitteln gegen die Willkommenskultur zu wehren“.

Über konkrete Initiatoren und Mitstreiter von „Pro Patria Pirna“ ist noch nichts bekannt. Offenbar ist man aus Furcht vor persönlichen Nachteilen, die sich aus dem politischen Engagement ergeben könnten, vorerst um Anonymität bemüht. Wie lange sich dies angesichts möglicher Nachforschungen zivilgesellschaftlicher und linksgerichteter Gruppen, die durch die Oster-Aktion entsprechend sensibilisiert worden sein dürften, aufrechterhalten lässt, bleibt abzuwarten.

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