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Oberbürgermeisterwahl in Dresden

Pegida tritt mit Tatjana Festerling an

Dienstag, 07 April 2015 17:23
Tatjana Festerling Tatjana Festerling Quelle: SACHSEN DEPESCHE

Dresden – Die zuwanderungskritische Pegida-Bewegung tritt zur Oberbürgermeisterwahl in Dresden am 7. Juni mit einer eigenen Kandidatin an. Wie Pegida-Gründer Lutz Bachmann am Montag auf einer Kundgebung bekanntgab, handelt es sich dabei um die frühere Hamburger AfD-Politikerin Tatjana Festerling, die bereits im Vorfeld als mögliche OB-Kandidatin gehandelt wurde.

Festerling selbst sprach auf der Kundgebung, an der nach einem Bericht des MDR über 7.000 Menschen teilnahmen, von einer „historischen Chance“. In ihrer Rede forderte sie erneut eine grundlegende Wende in der Asylpolitik und kritisierte in diesem Zusammenhang den OB-Kandidaten der CDU, den amtierenden sächsischen Innenminister Markus Ulbig. Dieser habe sich in erster Linie um das Wohl der Sachsen und der Dresdner zu kümmern, nicht um das der Flüchtlinge. „Mit weiter ansteigenden Asylantenströmen wird man diese Stadt nicht wiedererkennen“, warnte die Hamburgerin, deren Umzug nach Dresden nach eigenen Angaben kurz bevorsteht.

Tatjana Festerling gilt bei den Anhängern von Pegida als feste Größe und Symptahieträgerin. Sie trat bereits mehrfach bei den „Abendspaziergängen“ der Bewegung als Rednerin auf. Bekannt wurde die Hamburgerin im Oktober 2014, als sie, damals noch AfD-Mitglied, eine Demonstration der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) in Köln, an der sie selbst teilgenommen hatte, öffentlich verteidigte. Am Rande der Demo kam es damals zu Ausschreitungen. In der AfD wurden daraufhin Stimmen laut, die ihren Parteiausschluss forderten. Diesen vollzog sie Anfang Februar 2015, kurz nach dem Bundesparteitag der AfD in Bremen, dann selbst. Auf Facebook schrieb sie dazu: „Vollbracht! Meine fast zwei Jahre in der Partei, Alternative für Deutschland' sind aus und vorbei!“ Ursprünglich war vorgesehen, dass sie in Hamburg einen Landesverband der „Patriotischen Plattform“, einem bislang vor allem in Sachsen aktiven AfD-internen Sprachrohr der Parteirechten, aufbauen soll.

Die Hanseatin gehört zu 13 Bewerbern, die bislang ihren Hut für den Dresdner Rathaus-Chefsessel in den Ring geworfen hat. Antreten wollen neben Innenminister Markus Ulbig für die CDU unter anderem der Erste Bürgermeister und momentan amtierende Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) für den Verein „Unabhängige Bürger für Dresden e.V.“, Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) für die Bürgerinitiative „Gemeinsam für Dresden“, Stefan Vogel für die AfD und der Transvestit Lars Stosch alias „Lara Liqueur“ für die Satiretruppe „Die Partei“. Alle Bewerber, die nicht für eine im Dresdner Stadtrat vertretene Partei an den Start gehen, müssen 240 Unterstützungsunterschriften beibringen.

Ihren nächsten öffentlichkeitswirksamen Coup plant Pegida bereits für nächste Woche. Am kommenden Montag soll bei einer Kundgebung der Bewegung in der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders sprechen. Die Organisatoren hoffen, dass der Besuch des bekannten Islamkritikers bis zu 30.000 Teilnehmer anlockt. Wilders‘ Auftritt ist mit strengen Sicherheitsvorkehrungen verbunden, zumal auch Zehntausende Pegida-Gegner erwartet werden.

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