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„Einfach nur präsent sein“

PEGIDA nach dem Terroranschlag von Nizza

Donnerstag, 21 Juli 2016 17:24
PEGIDA-Anhänger am 18.07.2016 bei ihrem „Spaziergang“ durch die Prager Straße in Dresden PEGIDA-Anhänger am 18.07.2016 bei ihrem „Spaziergang“ durch die Prager Straße in Dresden Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Der Motor ist wieder angesprungen, am vergangenen Montag bei PEGIDA am Dresdner Hauptbahnhof. Auch die Formel „Einfach nur präsent sein“, zu Veranstaltungsbeginn aus dem Brief eines anonymen Pegidianers verlesen, ist sowohl Indiz für Ernüchterung wie für Realismus. Ob der von Lutz Bachmann verkündete Vollzug der Gründung einer „Freiheitlich Direkt-Demokratischen Volkspartei“ (FDDV) eine Relevanz hat, darf bezweifelt werden.

Bemerkenswerter war die von Siegfried Däbritz mit ungewohnter Emphase vorgetragene Abschlussrede. Angesichts immer neuer islamistischer Terroranschläge und der sich anschließenden, in Routine erstarrten Betroffenheitsrituale, habe er die „Schnauze gestrichen voll“, die Politische Korrektheit lähme das ganze Land. Nicht ohne Geschick verknüpfte der Meißner aktuelle Kommentare von Vera Lengsfeld und Klaus Kelle zum Terroranschlag von Nizza, und natürlich habe der Verlust an innerer Sicherheit in unserem Land „etwas“ mit der Einwanderung zu tun. Schließlich: Wenn all die Attentäter vorgeblich „psychisch krank“ seien, warum nicht gleich die Terrorbekämpfung den Krankenkassen überlassen?

Hinsichtlich PEGIDA ist die Dresdner Studentengruppe „Durchgezählt“ nicht gerade für Übertreibungen bekannt, und doch sollen sich am letzten Montag wieder zwischen 1.800 bis 2.400 PEGIDA-Anhänger eingefunden haben. Wenige Stunden später werden die Medien von einer Axt-Attacke eines afghanischen Flüchtlings auf Reisende in einem Regionalzug bei Würzburg berichten…

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