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Widerstand gegen Asylpolitik wächst

PEGIDA macht Schule: Tausende in Plauen, Görlitz und Sebnitz auf der Straße

Dienstag, 06 Oktober 2015 23:40
Symbolischer Grenzschutz in Sebnitz. Symbolischer Grenzschutz in Sebnitz. Quelle: PEGIDA

Plauen/Sebnitz – Während die „Spaziergänge“ von PEGIDA in Dresden weiter großen Zulauf erhalten (am Montag nahmen rund 20.000 Menschen teil), treibt die asylkritische Stimmung mittlerweile auch in anderen sächsischen Städten Tausende auf die Straße. So folgten am vergangenen Sonntag rund 5.000 Menschen einem Aufruf der Gruppe „Wir sind Deutschland“ zu einer Demonstration in Plauen, während zur gleichen Zeit in Sebnitz etwa 3.000 Demonstranten eine symbolische Grenze gegen den Zustrom illegaler Einwanderer bildeten. Auch im ostsächsischen Görlitz waren etwa 1.000 Menschen auf den Beinen, um unter dem Motto „Görlitz wehrt sich“ gegen die Asylpolitik der Bundesregierung zu protestieren.

Das Bündnis „Wir sind Deutschland“ demonstrierte am Sonntag bereits zum dritten Mal in Plauen und konnte die Teilnehmerzahl bislang von Demo zu Demo steigern. Diesmal waren es mehr als doppelt so viele wie in der vorherigen Woche. Organisiert werden die Protestkundgebungen in der Kreisstadt des Vogtlandkreises von dem örtlichen Aktivisten Michael Oheim, der Wert auf die Feststellung legt, dass man sich nicht rechts, sondern „in der Mitte“ positioniere. Bereits am Freitag zuvor war die neonazistische Splittergruppe „III. Weg“ mit etwa 100 Anhängern durch die Plauener Innenstadt gezogen. Auf mehr Resonanz stieß eine Kundgebung der NPD vor drei Wochen, an der etwa 400 Menschen teilnahmen, darunter nach Medienberichten auch viele Plauener Bürger.

In der Grenzstadt Sebnitz (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) trat am Sonntag unter anderem Tatjana Festerling von PEGIDA als Rednerin auf. Die vormalige Dresdner OB-Kandidatin sagte unter anderem: „Was wir sehen, ist ein flächendeckend angelegter Missbrauch unseres Asylrechts durch illegale Wirtschaftsflüchtlinge. Es ist ein politisch geduldeter Rechtsbruch im ganz großen Stil.“ Das Beispiel Ungarn zeige indes, dass man innerhalb von 14 Tagen einen kilometerlangen Zaun bauen kann, um sich gegen den Zustrom von illegalen Migranten zu wehren. „Es geht um den Charakter Deutschlands, unsere Identität, unsere Sitten und die Rechtsordnung unseres Volkes. Es geht um unsere politische Kultur und um unsere Selbstbestimmung als die Gastgeber im eigenen Land“, so Festerling. In scharfem Tonfall fuhr sie schließlich fort: „Die überwältigende Mehrheit der Deutschen will ihre Heimat, ihre Identität und das Sagen im eigenen Land behalten. Diese Mehrheit will keine Umvolkung der Deutschen in eine europäisch-afrikanische Mischbevölkerung. Und die Mehrheit der Deutschen will nicht, dass Deutschland in einem islamisierten, sozialistischen Super-Staat Europa aufgeht.”

Neben Dresden und anderen sächsischen Städten entwickelt sich zunehmend auch Thüringens Landeshauptstadt Erfurt zum Zentrum des Asylprotests. Am vergangenen Mittwoch folgten etwa 8.000 Menschen dem Aufruf des AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke zu einer Demonstration gegen das Politikversagen der Etablierten, in der Vorwoche waren es 6.000. Für diesen Mittwoch ruft die AfD erneut zu einer Demo in Erfurt auf. Als Gastredner ist der Brandenburger Fraktionschef und Parteivize Alexander Gauland angekündigt.

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