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Es knirscht im Getriebe der Führungsriege

PEGIDA: Lutz Bachmann bald ohne Tatjana Festerling?

Montag, 02 Mai 2016 15:53
Tatjana Festerling und Edwin Wagensveld werben für "Fortress Europe" Tatjana Festerling und Edwin Wagensveld werben für "Fortress Europe" Quelle: "Festung Europa" (Facebook)

Dresden – Bereits am 2. März erschien in der „Sächsischen Zeitung“ eine ganzseitige Betrachtung Thomas Schades zum Thema PEGIDA bzw. deren Galionsfiguren Lutz Bachmann und Tatjana Festerling. Darin war von Diskrepanzen und Rivalitäten die Rede, von wundersamen Wandlungen und dem Verhältnis der Bürgerbewegung zur AfD.

Aufmerksame Beobachter sahen nur bestätigt, was seit langem zu vermuten war: Es knirscht im Getriebe der PEGIDA-Führungsriege. Offensichtlich ist deren toughe Frontfrau seit geraumer Zeit dabei, auch außerhalb des bisher gesteckten Rahmens politisches Neuland zu erkunden – und dies nicht ohne Erfolg. So ist der internationale PEGIDA-Aktionstag „Festung Europa“ am 6. Februar, der immerhin 10.000 Demonstranten an das Dresdner Königsufer brachte, 1.500 in Prag und jeweils Hunderte auf die Straßen von Warschau, Calais, Bordeaux, Kopenhagen, Birmingham und Graz, dem Vernehmen nach Festerlings Idee gewesen.

Am 8. April erhielt die redegewandte Hanseatin minutenlang stehende Ovationen von 1.200 französischen Intellektuellen, als sie bei einem Kolloquium des 2014 gegründeten konservativen Instituts Iliade in Paris referierte. Auch Den Haag, Breslau, Usti nad Labem (Aussig), Barcelona und Prag standen allein im April als Stationen im Kalender der umtriebigen Politikerin.

Den vorläufigen Höhepunkt genannter Bestrebungen scheint indes der seit zwei Tagen kursierende Aufruf zu einer Großveranstaltung am 16. Mai in Dresden zu sein, den Festerling und Edwin Wagensveld (der „Pegida-Holländer“) unter dem Zeichen der „Festung Europa / Fortress Europe“ veröffentlichten. Dies mit dem beschwichtigenden Hinweis, dass es hierbei um „keine Konkurrenzveranstaltung“ gehe, da PEGIDA am Pfingstmontag ohnehin pausieren würde.

Informierte Kreise sehen darin den Auftakt zu Protesten gegen die für Juni in Dresden geplante Bilderberg-Konferenz – ein Thema, zu dem sich Lutz Bachmann bisher demonstrativ ausschwieg. Insofern ist der 16. Mai nicht zuletzt auch ein Test, ob es Frau Festerling gelingt, die PEGIDA-Gefolgschaft auch einmal ohne den omnipotenten Vorsitzenden hinter sich zu versammeln.

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