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Von Björn Höcke zu Michael Stürzenberger

PEGIDA im Dickicht der Erinnerungspolitik

Mittwoch, 25 Januar 2017 23:10
Anhänger von PEGIDA am 23.01.2017 auf dem Dresdner Neumarkt Anhänger von PEGIDA am 23.01.2017 auf dem Dresdner Neumarkt Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – „Eine grandiose Rede von Björn Höcke“, nannte Lutz Bachmann den umstrittenen Auftritt des thüringischen AfD-Chefs am Dienstag vor einer Woche in Dresden. Dass Höcke dabei mit unangebrachter Zweideutigkeit seine Partei vor eine neue Zerreißprobe gestellt und ihren politischen Gegnern eine willkommene Steilvorlage geliefert haben könnte, ficht den PEGIDA-Chef nicht an.

„Höcke, Höcke!“, skandieren die Pegidianer an diesem eiskalten Montagabend auf dem Dresdner Neumarkt. Auch Michael Stürzenberger, einer der wenigen noch verbliebenen Stammredner der Bachmann-Truppe, bläst in dieses Horn: Höcke, der „leidenschaftliche Patriot“. Über Donald Trump geht es zu Jerusalem als „ungeteilter Hauptstadt Israels“. Das Publikum ist irritiert, Stürzenberger aber nicht zu bremsen: Pallywood, linksgesteuerte Medien, Nationalsozialisten, alle verleumden Israel; dann die „Protokolle der Weisen von Zion“, Hitler.

„Aufhören!“, rufen jetzt immer mehr Zuhörer, die Unruhe wächst, doch der Redner, berauscht von den eigenen Worten, dreht erst richtig auf. Wir könnten stolz darauf sein, dass wir „es“ (den Holocaust) nicht vertuschten, wie die Türken den Völkermord an den Armeniern, doch „Schuld“ sollten wir deshalb keine verspüren, und das wollte Björn Höcke mit seiner Dresdner Rede ja eigentlich sagen… Nachdem das Deutschlandlied verklungen ist, verlaufen sich die „Spaziergänger“ rasch und sichtlich froh, nicht nur der Kälte entrinnen zu können.

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