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Ermittlungen wegen Totschlags

Marokkaner ersticht Tunesier in Delitzscher Asylantenheim

Mittwoch, 02 September 2015 22:41

Delitzsch – In der Nacht zum Dienstag ist es in einer Asylbewerberunterkunft im Delitzscher Ortsteil Spröda (Landkreis Nordsachsen) zu einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Bewohnern gekommen. In der Einrichtungen leben rund 200 Männer unterschiedlicher Nationalitäten.

Nach Angaben der Polizei ist ein 27-jähriger Marokkaner mit einem „Flüchtling“ aus Tunesien (die Anführungszeichen sind hier wohl angebracht, da es sich bei Tunesien nicht um ein Kriegsgebiet, sondern ein beliebtes Urlaubsland handelt) in Streit geraten, nachdem man zunächst friedlich zusammengesessen hatte. Der Asylbewerber aus Marokko habe daraufhin ein Messer gezogen und auf seinen Gegenüber eingestochen. Die Versuche eines herbeigerufenen Notarztes, das Opfer zu reanimieren, blieben erfolglos. Warum die beiden Nordafrikaner in Streit gerieten, sei bisher noch unklar, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Der Täter, gegen den wegen Totschlags ermittelt wird, wurde in Gewahrsam genommen.

Ob SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel die Bewohner des Delitzscher Asylantenheims nach dieser Gewalteskalation nun auch „Pack“ nennen wird, ist eher unwahrscheinlich. Auch auf einen Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich am Ort des Geschehens dürfte man vergeblich warten. Vielleicht wären aber auch mal ein paar mahnende Worte der Politik angebracht, wenn Menschen unterschiedlicher Nationalitäten ihre (mitgebrachten) Konflikte bei uns austragen. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat nach den Asyl-Krawallen von Suhl den Vorschlag gemacht, Flüchtlinge nach Ethnien zu trennen. Auf die Dauer greifen solche Maßnahmen allerdings nicht.

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