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Mitteldeutsche Regiobahn in der Kritik

Marco Böhme (Linke): „Frauenabteile führen zurück ins Mittelalter“

Mittwoch, 30 März 2016 17:53
Marco Böhme (Linke) Marco Böhme (Linke) Quelle: linksjugend-sachsen.de

Dresden – Der Landtagsabgeordnete Marco Böhme (Linke) hat die geplante Einführung von speziellen Frauenabteilen in den Zügen der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) auf der Strecke Leipzig-Chemnitz als „skandalös“ bezeichnet. „Was kommt als nächstes? Getrennte Bahnhofshallen? Einkaufszentren? Schwimmhallen? Wir leben in einer aufgeklärten Zeit. Geschlechter-Trennung gehört zurück ins Mittelalter“, so Böhme am Dienstag.

Zwar gebe es hierzulande ein „Problem mit Sexismus“. Dagegen helfe jedoch nur „eine engagierte Zivilgesellschaft“. Diese könne „Straftaten vorbeugen und auch couragiert eingreifen“. Der Linke-Abgeordnete weiter: „Gegen spezielle Bereiche für das Spielen mit Kleinkindern, die für kleine Kinder, ihre Eltern bzw. begleitende Menschen zur Verfügung stehen, wäre nichts einzuwenden. Das aber ist ein ganz anderer Ansatz als der Plan der Regiobahn, der die Gesellschaft in eine Sackgasse führt.“

Die MRB hatte die Einführung von Frauenabteilen mit spezieller Kennzeichnung in Nähe des Dienstabteils kurz vor Ostern angekündigt, dies als „eine zusätzliche Service-Leistung“ bezeichnet und mit der Erhöhung des Sicherheitsgefühls begründet. Einen Zusammenhang mit Fällen von sexueller Belästigung bestritt das Unternehmen. Die SACHSEN DEPESCHE berichtete: www.sachsen-depesche.de/regional/mitteldeutsche-regiobahn-mrb-f%C3%BChrt-frauenabteile-ein.html.

Gegen die Pläne hatte sich nach Bekanntwerden vor allem in den sozialen Unmut breitgemacht. Die Kritik ging in eine ähnliche Richtung wie jene von Böhme, hatte aber mitunter auch einen islam- und asylkritischen Einschlag. Unklar ist jedoch nach wie vor, ob die MRB die Einführung von Frauenabteilen vor dem Hintergrund der Migrationsproblematik beschlossen hat, wie manche vermuten. Ein Zusammenhang oder eine entsprechende Intention liegt nahe, auch wenn bislang nichts über gehäufte Fälle von sexueller Belästigung von weiblichen Fahrgästen durch Asylbewerber und Flüchtlinge auf der Strecke Leipzig-Chemnitz bekannt geworden ist.

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