Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Regional

Shitstorm in den sozialen Netzwerken gegen den Chef der Schüler-Union

Leipzig: CDU-Nachwuchsfunktionär Christoph Leonhardt begrüßt Ausweisung eines kosovarischen Mitschülers

Samstag, 25 Februar 2017 00:20
Christoph Leonhardt (SU) Christoph Leonhardt (SU) Quelle: Schüler-Union Leipzig (Twitter)

Leipzig – Für Empörung sorgt derzeit die Erklärung eines Leipziger CDU-Nachwuchsfunktionärs, der öffentlich die Ausweisung eines 18-jährigen Kosovaren unterstützt hat. Das Pikante an der Sache: Der Vorsitzende der örtlichen Schüler-Union, Christoph Leonhardt, und der abgelehnte Asylbewerber Luan Zejneli sind Schulkameraden auf dem Leipziger Max-Klinger-Gymnasium.

Luan Zejneli war vor zwei Jahren mit seinen Eltern als Asylbewerber aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen. Der Asylantrag der Kosovaren wurde jedoch abgelehnt. Nun muss die Familie Deutschland verlassen – andernfalls droht Abschiebung. Dagegen protestierten die Mitschüler des jungen Mannes und starteten eine Petition im Internet, die inzwischen mehr als 4300 Unterstützer hat. SU-Jungfunktionär Leonhardt hält dagegen und kann nicht verstehen, wieso sich seine Schulkameraden gegen die Abschiebung des jungen Kosovaren aussprechen.

In einer SU-Presseerklärung schrieb Leonhardt dazu: „Es gab ein rechtsstaatliches Verfahren, in dem die Gründe für ein Bleiberecht sorgfältig abgewogen wurden. Das Ergebnis war jedoch die Ablehnung des Antrags.“ Auch seine Mitschüler müssten akzeptieren, dass der Beschluss damit rechtskräftig sei, so der 17-jährige CDU-Nachwuchsfunktionär weiter.

Auch von der in der Petition vorgebrachten Begründung, der junge Kosovare sei gut integriert, hält der SU-Funktionär nichts. „Das Urteil ist nun mal rechtskräftig. Ich setze mich ja nicht für Luans Abschiebung ein, aber wir leben in einem Rechtsstaat, da muss so ein Urteil akzeptiert werden“, erklärte er gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“.

In den sozialen Netzwerken ist unterdessen ein Shitstorm über Leonhardt hereingebrochen. In mehreren Kommentaren wird ihm Rassismus und Ausländerfeindlichkeit unterstellt. Leonhardt ist deswegen nicht beunruhigt und zeigt sich selbstbewusst. „Im Moment sind Ferien. Ich habe aber bestimmt kein mulmiges Gefühl, wenn ich nächsten Montag wieder in die Schule gehe“, so der 17-jährige Gymnasiast.

Letzte Änderung am Samstag, 25 Februar 2017 14:40
Artikel bewerten
(4 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten