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Drohen innerislamische Konflikte?

Leipzig: Ahmadiyya-Gemeinde beginnt 2016 mit Moscheebau in Gohlis

Montag, 04 Januar 2016 20:07
Leipzig: Ahmadiyya-Gemeinde beginnt 2016 mit Moscheebau in Gohlis Quelle: PIXABAY.COM

Leipzig – Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde in Leipzig, die nach eigenen Angaben rund 80 Mitglieder hat, will 2016 den Grundstein für ihre Moschee im Stadtteil Gohlis legen. Nachdem die Bauvoranfrage von der Stadt im vergangenen Jahr genehmigt wurde, wird die Gemeinde in den kommenden Wochen einen Bauantrag stellen, teilte der Vorsitzende der Glaubensgemeinschaft, Abdullah Wagishauser, am vergangenen Freitag mit. Das islamische Gebetshaus soll auf einer Brache an der Georg-Schumann-/Ecke Bleichertstraße entstehen. Gebaut werden soll nach dem Entwurf des Stuttgarter Architekten Mustafa Ljaic, der nach einem Architekturwettbewerb den Zuschlag erhielt.

Die Leipziger Moschee gilt als Teil des sogenannten „100-Moscheen-Plans“ der Ahmadiyya Muslim Jamaat, der vorsieht, in den kommenden Jahren einhundert Moscheen dieser ursprünglich aus Indien stammenden Glaubensgemeinschaft in Deutschland zu errichten. Die stark missionarisch ausgerichtete Ahmadiyya-Gemeinschaft gilt als gemäßigt, propagiert einen „geistigen Dschihad“ und wird vonseiten der meisten anderen Muslime nicht anerkannt bzw. der Häresie bezichtigt.

Besondere Brisanz erfahren die Ahmadiyya-Moscheebaupläne durch die Tatsache, dass sich nur etwa zwei Kilometer Luftlinie entfernt in der Roscherstraße die Al-Rahmann-Moschee des berüchtigten Salafisten-Predigers Hassan Dabbagh befindet. Dabbagh bezeichnete die geplante Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde nach Medienberichten als „Platz von Schirk (Polytheismus) und Kufr (Unglauben)“.

In einer Freitagspredigt erklärte der selbsternannte „Imam von Sachsen“: „Wir sind für Religionsfreiheit, aber nicht für so was.“ Und weiter: „Die Ahmadiyya sind keine Muslime. Das ist Betrug, dass die sich Muslime nennen. Derjenige, der sagt, Ahmadiyya wären Muslime, ist selber kein Muslim.“ Sicherheitskreise sprechen bereits von einem „hohen Konfliktpotenzial“, das sich zwischen Salafisten und Ahmadiyyas zu entwickeln droht.

In Gohlis hatte es von Anfang an Proteste gegen die Baupläne der Ahmadiyya-Gemeinde gegeben. Die Bürgerinitiative „Gohlis sagt Nein“ etwa sammelte rund 11.000 Unterschriften gegen die Moschee. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) weigerte sich seinerzeit, die Unterschriftenlisten am Rande einer Stadtratssitzung persönlich entgegenzunehmen. Auch im Kommunalwahlkampf 2014 spielte das Thema eine wichtige Rolle. Neben AfD und NPD sprachen sich auch Teile der CDU, etwa der Landtagsabgeordnete Wolf-Dietrich Rost oder die Kommunalpolitikerin Katrin Viola Hartung, gegen den Bau der Ahmadiyya-Moschee aus.

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