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„Dresden nazifrei“ verteidigt „schwarzen Block“

Heidenau: Linksextremisten vertreiben Innenminister Markus Ulbig (CDU) von Willkommensfest

Sonntag, 30 August 2015 06:19
Markus Ulbig Markus Ulbig Quelle: smi.sachsen.de | © SMI

Heidenau – Mehrere Hundert Flüchtlinge und deren Unterstützer feierten am Freitagnachmittag auf einem Parkplatz in der Nähe der Asylbewerberunterkunft an der B 172 ein Willkommensfest, das von dem umstrittenen Bündnis „Dresden nazifrei“ angemeldet worden war. Dabei wurden nach Angaben des sächsischen Grünen-Landesvorsitzenden Jürgen Kasek auch zwei Lastwagenladungen mit Kleider- und Sachspenden aus Leipzig, Dresden und Berlin an die Asylanten verteilt.

Zuvor hatte es ein juristisches Tauziehen um die Veranstaltung gegeben: Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hatte wegen polizeilichen Notstandes zunächst ein Versammlungsverbot für Heidenau erlassen, das nicht nur eine von rechter Seite angemeldete Demonstration, sondern auch das Willkommensfest betraf. Dagegen legten die Organisatoren Widerspruch beim Oberverwaltungsgericht in Bautzen ein. Das Gericht bestätigte daraufhin das Versammlungsverbot, nahm das Antifa-Willkommensfest jedoch davon aus.

Während Kasek und Grünen-Bundeschef Cem Özdemir auf dem Flüchtlingsfest gern gesehene Gäste waren, machte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) mit der Willkommenskultur der Antifa schlechte Erfahrungen. Kaum in Heidenau angekommen, wurde er von einem Pulk teilweise vermummter Linksextremisten bedrängt und unter lauten „Hau ab!“-Rufen von der Flüchtlingsparty regelrecht vertrieben.

In einem Video, das derzeit in den sozialen Netzwerken kursiert, ist zu sehen, wie Ulbig der blanke Hass der Antifa-Aktivisten entgegenschlägt. Nichts zu sehen ist in dem Film hingegen von der Polizei, deren oberster Dienstherr der CDU-Politiker ist. Lediglich ein paar Sicherheitsleute schirmen den Innenminister, der sichtlich um Fassung ringt, vor dem aggressiven Mob ab. Das Periscope-Video des „Welt“-Reporters Martin Heller kann unter folgendem Link angesehen werden: www.welt.de/politik/deutschland/article145759703/Die-Antifa-jagt-Sachsens-Innenminister-einfach-vom-Hof.html

In einer Stellungnahme bei Twitter verteidigte das Bündnis „Dresden nazifrei“ die Zusammenarbeit mit Autonomen gegen Kritik, die nach der Veröffentlichung des Videos teilweise aufgekommen war. In dem Tweet der linken Gruppe hieß es wörtlich: „Sorry, aber dann habt ihr was nicht richtig verstanden: wir sind das, was ihr den ‚schwarzen Block‘ nennt. Er ist Teil von uns, er ist bei uns im Bündnis. Und ohne ihn würde es weder dieses Bündnis geben, noch hätten wir je einen Nazi-Großaufmarsch blockiert. Dresden Nazifrei ohne die radikale Antifa wird es nicht geben“ Und das ist auch gut so.“

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