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Lutz Bachmann: Kritik an Tatjana Festerlings Bilderberg-Aktion

Gewalt gegen PEGIDA-Anhänger nach Kundgebung auf Dresdner Neumarkt

Donnerstag, 16 Juni 2016 03:18
Regenwetter bei PEGIDA am 13.06.2016 in Dresden Regenwetter bei PEGIDA am 13.06.2016 in Dresden Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Hat PEGIDA im „gesellschaftlichen Diskurs“ tatsächlich „alles“ verändert, wie es David Begrich, Referent auf einer Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung, im April in Dresden behauptete? Wenigstens wird dies den Pegidianern am Montag geschmeichelt haben, deren anfängliches Schmunzeln in Gelächter umschlug, als Siegfried Däbritz Begrichs Thesen in ungelenkem Soziologensprech vom Blatt zitierte.

Dem stellte der stämmige Meißner später ein selten deutliches Credo entgegen, ein Minimalkonsens vielleicht, vom Zuspruch der versammelten Anhängerschar bestätigt: „Freunde, es geht nicht um die Aufwertung des Christentums an sich, sondern um die Wiederaufwertung der humanistischen Werte und Traditionen, die nach einem jahrhundertelangen Kampf innerhalb des Christentums und anderen Einflüssen entstanden sind.“

Nun liefen die vielleicht 2.500 „Spaziergänger“ über Wildsruffer Straße, Pirnaischen Platz, St. Petersburger und Altmarkt zum Ausgangspunkt zurück. Dort ging die Regie an Lutz Bachmann, der mit einer Schweigeminute „für die Opfer des islamistischen Terrors“, welche „seit Beginn des Fastenmonats Ramadan dem Terror der Surensöhne zum Opfer gefallen sind“, eröffnete. Zustimmung erfährt die Ankündigung einer, jeweils ab Donnerstag geschalteten, Telefonhotline für die „älteren Patrioten“ ohne Internet.

Zuletzt ein paar Sätze zu den vor einer Woche angekündigten Anti-Bilderberger-Aktionen, die gemeinsam mit den „Einprozentern“ aus Schnellroda geplant, aber ausgeblieben waren. „Professionelle Aktivisten“ ähnlich Greenpeace, hätten bei hermetisch abgeschirmtem Veranstaltungsgelände gefehlt, das bloße Hochhalten von Plakaten vor der Sperrzone (dies wohl als Seitenhieb auf Tatjana Festerling), werde als „komplett sinnfrei“ erachtet. Stattdessen würden nun „kleine Aktivistengruppen“ aufgebaut, die in der Lage wären, sogenannte „Jedermann-Aktionen“ durchzuführen. Das „Lied der Deutschen“ beschloss die montägliche Abendveranstaltung.

Zu unschönen Szenen kommt es später, zwischen „Goldenem Reiter“ und Albertplatz, als hasserfüllte Jungen von der Antifa auf heimziehende Pegidianer losgehen. Da flogen Fäuste, rieben sich unbeteiligte Feriengäste die Augen, fand die Polizei weggeworfene Metallstöcke und Stahlruten. Doch wer hat die jungen Menschen so indoktriniert, übernimmt die Verantwortung, dass sie, im Kampf gegen einen vermeintlichen Rassismus, selbst schwere gesundheitliche Schädigungen ihrer vorgeblichen politischen Gegner ins Kalkül ziehen?

Letzte Änderung am Donnerstag, 16 Juni 2016 20:05
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