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Asylbewerber überfällt Döner-Imbiss

Freiberg: Algerischer Macheten-Mann schlägt wieder zu

Dienstag, 27 Oktober 2015 13:41
Obermarkt mit Rathaus Obermarkt mit Rathaus Quelle: de.wikipedia.org | Photo: Andreas Praefcke | CC BY 3.0

Freiberg – Im mittelsächsischen Freiberg ist es am vergangenen Donnerstag erneut zu einem Überfall mit einer Machete gekommen. Am frühen Abend stürmte ein mit einem solchen Langmesser bewaffneter Mann in den Imbiss „Tasty Döner“ auf der Erbischen Straße, hielt dem aus Libyen stammenden Betreiber eine Pistole an den Kopf und forderte ihn auf, sein Geschäft innerhalb von zwei Tagen zu schließen.

Mitarbeiter des Döner-Ladens alarmierten daraufhin die Polizei, der Täter flüchtete in Richtung Innenstadt und verlor dabei seine Waffe, die sich als Schreckschusspistole entpuppte. Wenig später tauchte der Mann in einem roten Peugeot mit gestohlenem Kennzeichen wieder auf, jagte in halsbrecherischer Geschwindigkeit durch die Stadt, durchbrach schließlich eine Absperrung und prallte gegen eine alte Postsäule. Der Fahrer sprang daraufhin aus dem Fahrzeug und flüchtete zu Fuß weiter zum Münzbachtal, wo er nach Angaben der Polizei den Einsatzkräften entkommen konnte.

Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um jenen 23-jährigen Asylbewerber aus Algerien, der bereits im letzten Monat mit seinem Kumpan, einem 27-jährigen Libyer, mehrfach einen Netto-Markt an der Chemnitzer Straße aufgesucht und dabei Mitarbeiter bedroht hatten. Zunächst waren die beiden damaligen Bewohner der Flüchtlingsunterkunft am St.-Niclas-Schacht bei einem Ladendiebstahl erwischt worden und mussten den Supermarkt verlassen.

Kurze Zeit später kehrten sie, mit Pfefferspray und Machete bewaffnet, an den Ort des Geschehens zurück und bedrohten die Mitarbeiter der Netto-Filiale erneut. Während sich der Libyer dann von der zwischenzeitlich alarmierten Polizei ohne Gegenwehr festnehmen ließ, ging der Algerier auf einen der Beamten los, der daraufhin einen Warnschuss in die Luft abfeuerte. Dem Angreifer gelang schließlich die Flucht.

Schon am nächsten Tag suchte der mittlerweile aus dem Polizeigewahrsam entlassene Libyer erneut den Netto-Markt auf. Als man ihn dann des Hauses verweisen wollte, bedrohte er eine Mitarbeiterin und führte dabei nach Polizeiangaben eine Geste des Kopfabschneidens aus. Auf dem Parkplatz zückte er schließlich ein Messer und ergriff daraufhin die Flucht. Die beiden Täter wurden daraufhin nicht etwa inhaftiert oder verloren ihren Asylstatus, sondern sollten lediglich in eine andere Unterkunft verlegt werden. Bis letzte Woche hörte man nichts mehr vom Verbleib der beiden Männer.

Die Polizei fahndet nun nach dem geflüchteten algerischen Macheten-Mann, der möglicherweise auch an einem räuberischen Einbruch in ein Einfamilienhaus im Freiberger Ortsteil Zug beteiligt gewesen sein könnte, der sich am Tag zuvor ereignet hatte. Dabei wurde ein Rentner-Ehepaar mit vorgehaltener Pistole bedroht. Bei dem Überfall auf „Tasty Döner“ soll es nach Polizeiangaben angeblich um eine Frauengeschichte gegangen sein, doch nach wie vor bleiben viele Fragen offen: Wie gelangte der Täter an ein Fahrzeug mit gestohlenem Kennzeichen? Warum wurde der Imbissbetreiber aufgefordert, sein Geschäft binnen zwei Tagen dichtzumachen? Wo hat der registrierte Asylbewerber inzwischen Unterschlupf gefunden?

In Freiberg geht mittlerweile die Angst um, dass es sich bei den Vorkommnissen um Auseinandersetzungen im kriminellen Milieu handeln könnte, möglicherweise sogar im Bereich Drogenhandel. Freiberg ist bekannt als eine Hochburg des illegalen Handels mit der synthetischen Droge Crystal Meth, die zumeist in tschechischen Drogenlaboren hergestellt und dann über Vietnamesen-Märkte in Grenznähe vertrieben wird. In jedem Fall deutet einiges darauf hin, dass es sich bei dem algerischen Macheten-Mann nicht um einen Einzeltäter handelt, sondern um eine Person, die im Bereich Organisierte Kriminalität anzusiedeln ist.

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