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Matthias Scholz von der „Jungen Alternative“ bei PEGIDA

Frühlingsauftakt auf dem Dresdner Altmarkt

Donnerstag, 23 März 2017 00:32
Von Lenin bis Schulz: Sozialismuskritik bei PEGIDA am 20. März 2017 in Dresden Von Lenin bis Schulz: Sozialismuskritik bei PEGIDA am 20. März 2017 in Dresden Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Frühlingsbeginn mit mildem Wetter und PEGIDA am Montagabend auf dem Dresdner Altmarkt. Zunächst eine Erinnerung von Lutz Bachmann: Am Tag genau vor 29 Monaten, am 20. März 2014, waren die ersten 300 Pegidianer vis-à-vis auf dem Neumarkt gestartet. Seitdem ohne Unterbrechung „ganz vorn rechts“ als Bannerträger im Einsatz, der Vater des PEGIDA-Gründers, Heinz Bachmann. An diesem Montag wird er 77 Jahre alt, gibt es Blumen und Beifall für den Jubilar.

Martin Schulz sei mit „100 Promille“ gewählt worden, stichelt Bachmann in Richtung SPD, deren Hype um den neuen Vorsitzenden nicht allein bei PEGIDA für Verwunderung sorgen dürfte. Dann wieder Großsprech: Man nehme die Herausforderung an und habe „tausende Accounts in den sozialen Medien eröffnet“, mit denen man in den Wahlkampf „eingreifen“ werde. Auch Trumps verweigerter Handschlag beim Besuch der Kanzlerin sorgte für Jubel auf dem Platz. Der amerikanische Präsident habe „Rückgrat gezeigt“ und bekomme deshalb Applaus aus Dresden…

„Geschockt“ sei man angesichts zweier alkoholisierter Asylbewerber aus Marokko, die vergangenen Freitag einen Dresdner Familienvater vor die S-Bahn gestoßen hatten. Der Lokführer konnte das Schlimmste verhindern, die Täter aber kamen umgehend wieder auf freien Fuß. Die Staatsanwaltschaft ermittele lediglich wegen Körperverletzung und Nötigung, was auf dem Altmarkt ein dumpfes Gebrüll auslöst. Nicht auszudenken, wenn sich dieser Zwischenfall in umgekehrter Konstellation ereignet hätte.

Der nächste Redner ist Matthias Scholz (26), Chef der „Jungen Alternative“ (JA) Dresden und Kreisvorstandsmitglied der AfD. Der bekennende Christ nennt Dresden „eine Festung des Widerstandes“ und beweist, dass der Petry‘sche Bannstrahl manchen Protagonisten dieser Partei nicht länger von einem Auftritt bei den Dresdner „Montagsspaziergängern“ abzuhalten vermag. Auch er kritisiert Martin Schulz, der all das verkörpere, „was wir nicht wollen“. Dann erläutert der junge Mann die Positionen der AfD und fordert das Publikum auf, deren Grundsatzprogramm mit einer starken Opposition in den Bundestag zu tragen. „AfD, AfD!“, skandieren die Versammelten.

Schließlich kommt Scholz auf das Gerangel um den 13. Februar mit Schrottbussen und dem imaginären Friedhof auf dem Theaterplatz zu sprechen. Ziel dieser Inszenierungen sei gewesen, das „Gedenken an das Kriegsverbrechen von Dresden in den Hintergrund zu stellen“. Hingegen habe sich die „Junge Alternative“ mit einem Zeitzeugengespräch, einer Banneraktion „gegen das Vergessen“ eingesetzt und fordere nun ein würdiges Denkmal für die Dresdner Bombenopfer auf dem Altmarkt. An OB Hilbert adressiert, wiederholte Scholz Björn Höckes Forderung nach einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“, und nein, er bereue es „keine Sekunde“, Höcke zu dessen umstrittener Rede nach Dresden eingeladen zu haben.

Nach dem „Spaziergang“ durch die Innenstadt übermittelt Siegfried Däbritz Glückwünsche an Geert Wilders. Der eigentliche Gewinner der Niederlande-Wahl habe 40 Prozent der Stimmen hinzugewonnen und „alles richtig gemacht“. Zuletzt ging der PEGIDA-Vize auf aktuelle Äußerungen türkischer Politiker ein, in denen diese den Europäern mit „Glaubenskriegen“ drohten. „Gegen Glaubenskriege auf deutschem Boden“ aber war PEGIDA am 20. März 2014 erstmals durch Dresden „spaziert“, exakt vor 29 Monaten!

Letzte Änderung am Donnerstag, 23 März 2017 03:04
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