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Das „P“ des Peter Wawerzinek auf dem Schlossplatz

Fordert der Stadtschreiber Gewalt gegen Pegida?

Donnerstag, 24 November 2016 19:48
Anhänger von PEGIDA am 21.11.2016 auf dem Dresdner Schlossplatz Anhänger von PEGIDA am 21.11.2016 auf dem Dresdner Schlossplatz Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – So will Peter Wawerzinek seine Worte sicher nicht verstanden wissen. Immerhin hatte der scheidende Dresdner Stadtschreiber in der „Sächsischen Zeitung“ vom 19./20. November seinem Unmut drastisch Ausdruck verliehen, denn nur „das P“ hindere Dresden in seinen Augen daran, eine sympathische Stadt zu sein. Eigentlich habe er sich das halbe Jahr an der Elbe recht wohl gefühlt, wären da nicht die fehlende Badewanne, die „Schildbürgerstreichbrücke“ (Albertbrücke) und das schlagfertige „pegidanahe Pärchen“ im „Watzke“ gewesen, das die Unverfrorenheit besaß, einfach nicht seiner Meinung sein zu wollen.

Purer Horror für Wawerzinek war allerdings der dreimalige Besuch bei den „P-Geistern“, also den PEGIDA-Montagsveranstaltungen, die er mit der üblichen Herablassung kommentiert, um seufzend zu fragen: „Was hindert die guten Dresdner daran, nicht einfach jene Plätze zu stürmen und Schluss zu machen mit diesem kruden P., es der Plätze zu verweisen?“ Für Lutz Bachmann eine „Aufforderung zur Gewalt“ oder gar „Volksverhetzung“. Mit seiner Anwältin habe der PEGIDA-Chef bereits telefoniert, Herr Wawerzinek werde wohl von ihm hören.

Als die mehr als 3.000 „Spaziergänger“ im Dresdner Stadtzentrum ihre Runde drehen, konnten sie nicht ahnen, dass sich am gleichen Tag bereits ein “breites Bündnis gegen Pegida“ (BILD) konstituiert hatte, eine Allianz aus „Vertretern der Stadtgesellschaft“, wie OB Hilbert, dem Medizinprofessor Ehninger, CDU-General Kretzschmer, den Chefs von Linken und Grünen, Gebhardt und Kasek, Kirchen-, Wirtschafts- und Gewerkschaftsmännern und den nicht wegzudenkenden Kulturschaffenden.

Moment mal, ist das denn nicht gerade die immer wieder beargwöhnte Einheitsfront tonangebender Eliten, die mit einer neuen politischen „Geschäftsgrundlage“ (http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Was-uns-eint-Aufruf-soll-neue-Geschaeftsgrundlage-fuer-Dresden-werden) festlegen möchten, was und wie künftig in der Landeshauptstadt debattiert werden darf? Jetzt, wo von jenseits des Atlantiks ein frischer Wind herüberweht – oder vielleicht gerade deswegen? Wäre es nicht auch in Dresden an der Zeit, einmal die Fenster zu öffnen, für Druckausgleich zu sorgen und jenseits festgefahrener Denkmuster einen Neustart zu versuchen?

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