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Freie Wähler (FW) schlagen Alarm

Erstaufnahme: Kommen 3000 Flüchtlinge nach Großröhrsdorf?

Dienstag, 01 September 2015 18:49
Flüchtlinge Flüchtlinge

Großröhrsdorf – Es ist nur eine kleine Meldung auf der Facebook-Seite der Freien Wähler (FW) Großröhrsdorf, doch die hat es in sich: Angeblich plane der Freistaat Sachsen die Unterbringung von 3000 Asylbewerbern in der knapp 20 Kilometer östlich von Dresden gelegenen Kleinstadt im Landkreis Bautzen. Das wäre in etwa die Hälfte der Einwohnerzahl Großröhrsdorfs.

Unterkommen sollen die Flüchtlinge laut FW-Angaben in einer der früheren Hallen des Bauzulieferers Schüco, die sich nun im Besitz der Firma MB-Portatec befinden. Der Portalfräsanlagen-Hersteller aus Neukirch nutzt eines der beiden Gebäude für die eigene Produktion. Für das andere sucht MB-Portatec schon seit geraumer Zeit einen Mieter. Die Halle ist 20.000 Quadratmeter groß, klimatisiert und mit drei Krananlagen sowie Büro- und Sozialräumen ausgestattet.

Angesichts der möglicherweise bestehenden, aber bisher noch gänzlich unbekannten Pläne, die frühere Schüco-Halle als Asyl-Großunterkunft zu nutzen, schlagen die Freien Wähler Alarm. „Die kommunale Infrastruktur der Stadt Großröhrsdorf ist mit einer Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 3000 Asylbewerber völlig überfordert. Diese Konzentration von Flüchtlingen an einem Ort in unserer Stadt gefährdet den sozialen Frieden“, heißt es auf ihrer Facebook-Seite. Man werde die Stadt „bei der Ausschöpfung aller politischen und rechtlichen Instanzen gegen diese Unterbringung unterstützen“ und „alle legitimen Mittel einsetzen, damit unsere Stadt nicht zu einem sozialen Brennpunkt wird“.

Bislang hat sich weder die Landesdirektion noch die Stadtverwaltung zu der bereits über 184-mal geteilten Meldung auf der lokalen FW-Seite geäußert. Die empörten Kommentare lassen allerdings darauf schließen, dass hier massive Proteste schon vorprogrammiert sind, sollten sich die Nachrichten bewahrheiten. Manche sprechen bereits von einem „zweiten Heidenau“. Sollte man tatsächlich auf die Idee kommen, 3000 Flüchtlinge in einer 6000-Einwohner-Stadt unterzubringen, wäre das ein asylpolitisches Desaster.

Letzte Änderung am Dienstag, 01 September 2015 19:15
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