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Peter Lames (SPD): Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen

Dresden: Kein Schwimmbadverbot für Asylanten nach Sex-Übergriff auf minderjährige Mädchen

Dienstag, 19 Januar 2016 23:14
Dresden: Kein Schwimmbadverbot für Asylanten nach Sex-Übergriff auf minderjährige Mädchen Dresden: Kein Schwimmbadverbot für Asylanten nach Sex-Übergriff auf minderjährige Mädchen

Dresden – Am vergangenen Sonnabend wurden im Georg-Arnhold-Bad am Großen Garten in Dresden vier Mädchen im Alter von 11 bis 13 Jahren von einem 19-jährigen Asylbewerber sexuell belästigt. Der Bademeister, dem die Mädchen den Übergriff kurz nach 16 Uhr meldeten, alarmiere sofort die Polizei, die die Identität des den mutmaßlichen Täters sowie zwei weiterer Afghanen feststellte. Später wurde der 19-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Vorfall hat in Dresden eine Debatte darüber ausgelöst, ob Flüchtlingen der Zugang zu Schwimmbädern künftig verwehrt werden sollte. Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) sprach sich allerdings gegen ein solches Schwimmbadverbot aus. Dies sei keine Option, so der Jurist gegenüber MDR info. Lames betonte in diesem Zusammenhang, Straftaten würden nach den Grundsätzen des Rechtsstaates verfolgt. Dies gelte für alle Menschen, ob Asylbewerber oder nicht. Es sei nicht richtig, Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen.

Im nordrhein-westfälischen Bornheim wurde nach einem ähnlichen Vorfall ein Schwimmbadverbot für männliche Migranten ausgesprochen. Die Stadt wolle ihnen den Zugang verwehren, weil sich immer mehr Besucherinnen und Angestellte über sexuelle Belästigungen durch Männer aus einer nahen Asylbewerberunterkunft beschwert hätten. Mittlerweile wurde das Verbot wieder aufgehoben. Ab Mittwoch hätten auch Asylbewerber wieder freien Zugang zum Bad, teilte eine Sprecherin der Stadt mit.

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